Germany's next TOPMODEL

Meine Notizen zu Germany’s Next Topmodel
Klickt auf eins der Fotos - und schon könnt ihr nach jeder Sendung meine Notizen lesen.

Bis eine Sendung abgedreht ist, passiert eine ganze Menge.

Die Mädchen lösen verschiedene Aufgaben, die für den Alltag eines Models typisch sind. Sie müssen sich auf immer neue Situationen einstellen. Sie lernen, mit Lob und Misserfolg umzugehen. Und die Jury macht sich zu all dem ihre Gedanken, bis am Ende eine Siegerin feststeht.
Ich habe beschlossen, einiges von dem, was mir durch den Kopf geht, hier zu notieren.

Ihr könnt mir auch gerne schreiben, was ihr darüber denkt. Ich freue mich über Eure Einträge!

Eine Sache muss ich jetzt direkt schon loswerden: Alle Erlebnisse, alle Erfolge und vor allem alle Sendungen von Germany's Next Topmodel by Heidi Klum entstehen nur durch die tolle Zusammenarbeit vieler Menschen. Dazu gehören die Leute vom Sender Pro7 und der Filmproduktionsfirma Tresor, die Sponsoren, Juroren, Fotografen und natürlich die Stylisten, die sich um Haare, Make up und Styling kümmern. Dann gibt's da noch diejenigen, die das Catering machen, und viele andere, die hinter den Kulissen unverzichtbar sind. Vor allem auch ohne euch Fans läuft nichts!
Ganz lieben Dank Euch allen!

Sendung 1

Wart Ihr auch so gespannt wie ich? Endlich ging es wieder los mit Germany’s next Topmodel. Endlich wieder jeden Donnerstag, 20.15 Uhr, Pro Sieben einschalten. Und wir haben uns wieder einiges einfallen lassen, um zu testen, welche Kandidatin das Zeug hat, um Germany’s next Topmodel zu werden. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber es gibt echt klasse Shootings, Catwalks und Challenges. Und natürlich warten wieder richtige Castings auf die Mädels.

Also, die letzten Wochen waren für mein Team und mich schon richtig anstrengend. Aber ich hoffe, das Ergebnis der ersten Sendung hat Euch so gut gefallen wie mir – und Appetit auf mehr gemacht!!
Ich war überwältigt, wie viele von Euch beim Casting mitgemacht haben. Insgesamt waren es über 20.000 Mädchen (um genau zu sein: 21.266). Der Knaller waren die offenen Castings, die wir in Düsseldorf und München durchgeführt haben. In Düsseldorf drängelten sich über den ganzen Tag 1.104 Mädchen auf das Messegelände – und selbst die großen Hallen wurden fast zu klein. Wir hatten versprochen, uns jede anzuschauen, und das Versprechen haben wir eingehalten, auch wenn es bis 23 Uhr gedauert hat.

Casting-Marathon auf dem Messegelände
Die Stimmung war spitze. Der erste große Schwung wartete in einer großen Halle, wir hatten dort einen Catwalk aufgebaut. Als ich auf den Laufsteg kam, da war wieder dieses Kribbeln, das hat mir schon etwas gefehlt in den letzten Monaten. Zusammen mit Rolf und Peyman – die beiden sind natürlich wieder dabei – habe ich je fünf Mädchen aus der Masse herausgepickt. Die durften dann auf den Catwalk und einmal ihr Können zeigen. Für die anderen war das natürlich eine super Show – bis sie selbst los durften. So haben wir drei uns recht schnell entscheiden können, wer es in die nächste Runde schafft. Das Procedere mussten wir allerdings im Laufe des Tages etwas beschleunigen, weil der Andrang immer größer wurde. Aber dennoch hatte jede ihre Chance, vor Rolf, Peyman und mir zu laufen. Es war deutlich zu sehen, wer sich gut vorbereitet hatte und die letzten Staffeln gesehen hatte, oder sogar schon als Model ein bisschen Erfahrung mitbrachte. Einige Walks und Stopps sahen schon richtig gut aus. Bei anderen, na ja, da hat man eher gesehen, wie viel ein Model so lernen muss zu Beginn der Karriere. Mit hat das offene Casting so gut gefallen, weil es natürlich ein kunterbunter Mix von Typen war. Einige sehr elegant und sexy, andere waren schon echt schrill – ein bisschen Copacabana, ein bisschen kölscher Karneval (selbst in Düsseldorf). Bei einigen war ich doch verwundert über deren Geschmack beim Styling oder der Performance (Stichwort: Fernsehballett der 70er Jahre). Da fehlten uns ab und an die Worte… Schmunzeln musste ich bei einigen der Gründe, warum ein Mädchen Topmodel werden will. Hättet Ihr gedacht, dass eine Topmodel-Karriere mit dem Talent zu Kochen zusammenhängt?

Rolf hat sich dann noch ein paar Zusatzaufgaben ausgedacht, wenn wir uns bei einem Mädchen nicht so ganz sicher waren. Er versucht ja selbst bei einem solchen Massencasting immer noch ein Quentchen mehr aus den Mädels herauszukitzeln. Zum Beispiel ihnen die Scheu vor dem Körperkontakt zu nehmen. Ich musste auch das ein oder andere Mal aufspringen, um den Mädchen beim Gehen ein paar ganz grundlegende Dinge zu demonstrieren. Ich versteht es nicht, dass man sich zum Beispiel so ganz gegen den Takt der Musik bewegen kann.

Es war ein richtig langer Tag, aber dann hatten wir es endlich geschafft: 45 Mädchen blieben von den 1.104 übrig für den zweiten Tag. Und ich bin mir sicher: Das war ein Weltrekord-Casting!

„Ich bin weiter“ – 45 Mädels in der zweiten Runde
Für die zweite Runde hatten wir uns direkt eine knallige Aufgabe überlegt: einen Bikini-Walk vor der Jury. Das ist natürlich für viele nicht einfach, so wenig bekleidet zu posieren. Für uns in der Jury ist es sehr aufschlussreich zu sehen, wie die Mädchen sich geben, wie viel Selbstbewusstsein sie mitbringen. Denn da kann man nun wirklich nicht viel verstecken, auch wenn manche das mit viel zu viel Schminke versuchten. Für einige Mädels war das schon eine zu hohe Hürde. Sie stolperten über ihre eigene Nervosität und ihre eigenen, zu hohen Erwartungen. Und Sonnenbrillen sind da wirklich das falsche Accessoire. Andere zeigten richtig Mumm. Da waren ein paar klasse Tanzeinlagen und Akrobatiknummern dabei. Es ist halt immer die Frage, wer bereit ist, Gas zu geben und sich richtig reinzuhängen. 25 Mädchen überzeugten uns beim Bikini-Walk, die kamen in die nächste Runde. Die anderen mussten leider ihre Sachen packen. Aber ich finde, die können trotzdem stolz auf das sein, was sie geschafft haben – zu den letzten von 1.104 echt hübschen und talentierten Mädels zu gehören, ist schon eine Leistung.

Shooting in Gruppen
Ohne langes Fackeln ging es dann direkt zum Shooting. Das haben wir in Fünfergruppen durchgeführt. Die Mädels hatten ganz schlichte weiße Klamotten an. Sie mussten selber für das Auffallende und Spektakuläre sorgen. Es war nicht einfach, in einer Gruppe aufzutreten, die sich nun gar nicht kennt. Aber wenn ich Topmodel werden möchte, dann kann ich mich auch nicht hinter den anderen verstecken. Ich musste die Mädels ab und an etwas wachrütteln, damit sie mal zeigen, was sie können. Mir kam es so vor, als ob die Mädchen versuchen, alles zu geben. Aber sie wissen noch gar nicht, was „Alles“ wirklich ist. Das ist so ein Punkt: Von der Couch aus sieht es sooo einfach aus. Aber das ist es nicht! Da im Scheinwerferlicht, irgendein cooler Typ als Fotograf, zig Leute springen auf dem Set rum, lauter Kabel und Lampen, und dann brüllt da noch jemand mit der Flüstertüte Regieanweisungen…

Na ja, dafür sind Rolf, Peyman und ich ja da. Unsere Kandidatinnen werden lernen, was „Alles“ ist. Nur so haben sie eine Chance auf den Titel.

Für 15 Mädchen geht der Traum weiter, die bekamen von mir die begehrten Modelmappen. Die anderen mussten sich von einem Traum verabschieden, der nicht nur zuckersüße Seiten hat. Da warten noch viele Hürden, einiges an Anstrengung und Qual. Ihr werdet ja sehen.
Bis nächste Woche – alles Liebe!
Heidi

Sendung 2

Auf nach München
Ich war ja von dem Casting in Düsseldorf schon beeindruckt. Aber München … da haben wir noch eine Schippe drauf gelegt. 1.376 Mädchen kamen und jede hatte ihre Chance auf dem Catwalk. Das Gewusel könnt Ihr Euch sicher vorstellen: Alle Mädchen versuchten mehr oder minder gleichzeitig, sich für den Auftritt zu stylen. Ein Mädel brachte es auf den Punkt: „Die Konkurrenz schläft nicht, sie schminkt!“ Die Spannung in der großen Halle war grandios. Das ist Gänsehaut-Feeling. Aber es geht nicht nur mir so, Rolf und Peyman waren auch ganz kribblig. So ein bisschen Aufregung war auch nötig, denn vor uns lag ein ziemlich langer Tag: 1.376 Mädels casten. Oder, wie Peyman es sagte: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das nächste Topmodel im Land? (Ich wusste gar nicht, dass Peyman so auf Grimms Märchen steht…)

Allein unter Gazellen
Wir drei stellten uns an das Ende des Catwalk. Jedes Mädchen sollte auf uns zulaufen, Stopp, eine Pose einnehmen und wieder retour. Manche mussten wir auf dem Rückweg noch einfangen, die waren so schnell unterwegs. Andere wollten gar nicht aufhören zu posen. Und dahinter gab es dann immer einen kleinen Stau… Wir haben das extra genau so wie in Düsseldorf gemacht, damit der Auswahlprozess vergleichbar ist. Alles andere wäre ja nicht fair.

Klasse waren auch wieder die verschiedenen Typen und Laufstile. Einige staksen da herum wie Zinnsoldaten, da war wenig zu retten. Klasse fand ich den Transvestiten, auch wenn wir ihn nicht für die nächste Runde auswählten. Ein Mädchen kam im waschechten Dirndl – aber jodeln konnte ich besser! Manche haben eine solche Knaller-Ausstrahlung, da sieht man schon auf 50 Meter Entfernung: Ja, Mädchen, Du bist weiter! Ich versteh dann nicht, wieso andere da lang schlurfen, als ob sie zu einer Klausur müssten. Wir in der Jury haben vielleicht zehn Sekunden Zeit, um von einer Person begeistert zu werden. Entweder man gibt Vollgas, oder es wird nichts.

Adrenalin auf dem Catwalk
Das Beste am offenen Casting: Alle Mädels bekommen eine kleinen Eindruck, wie viel Adrenalin ein Walk vor 1.000 Leuten durch einen pusht. Die Vorfreude der Mädchen vor ihrem Auftritt zu sehen – das ist schon klasse. Aber Ihr müsst sie sehen, wenn sie eine Runde weiter sind. Die wollen am liebsten jeden in der Nähe umarmen. Die Mädels beim Münchner Casting hatten mehr Biss als die in Düsseldorf. Die wollten mehr zeigen, mehr aus sich rausgehen. Ein Mädchen gab uns da eine kurze Schauspiel-Einlage mit Lachen und Weinen innerhalb von wenigen Sekunden – das war wirklich beeindruckend.

Samba in München
Nachmittags hatten wir dann 86 Mädchen übrig, die wir uns noch einmal genauer anschauen wollten. In Fünfergruppen mussten sie noch einmal einen Walk zeigen, und wir stellten noch ein paar Fragen, wie und warum sie sich beworben haben. Da entdeckt man ja verborgene Talente. Wusstet Ihr, dass Rolf sehr gern und sehr gut Samba tanzen kann? Ich war perplex.
Schließlich waren wir dann fertig und hatten unsere Kandidatinnen für den zweiten Tag. Meinen Tipp, früh ins Bett zu gehen und auszuschlafen, haben aber wohl nicht alle befolgt. Denn am nächsten Tag versteckte die eine oder andere ihre müden Augen unter viel zu viel Make-up. Wir suchen ja nicht den „Germany’s next Schminktiegel“, sondern ein Topmodel. Die durften auf jeden Fall zurück in die Maske und sich abschminken.
Zeigen mussten die Mädels einen Live-Walk im Bikini vor der Jury. Dabei kann ich direkt sehen, wie wohl sie sich in ihrem Körper fühlen, wie viel Selbstvertrauen sie haben und halt auch die Ausstrahlung beurteilen. Das ist zwar ungewohnt, in geschlossen Räumen vor einer kritisch guckenden Jury im Bikini zu posen. Aber hey – am Strand gucken noch mehr Leute! Und die kennt man ja auch nicht. Da wurde aus einer süßen Frechen und Kecken dann leider eine verschüchterte Maus.
Sehr gefreut habe ich mich, als ich endlich mal meine Mörder-High-Heels mit 14 cm Absatz verleihen konnte. Da lebt noch eine auf großem Fuß. Es war beeindruckend, wie fit und durchtrainiert einige waren. Sport ist einfach wichtig für ein Model, denn man muss selbst im tiefsten Winter damit rechnen, dass man ein Shooting mit Sommermode wie im Bikini macht.

Fotos für die Gala
Anschließend ging es direkt zum Shooting für die Gala. Wie in Düsseldorf ganz schlicht gekleidet mit Jeans und weißem Top sollten die Mädels in Fünfergruppen vor der Kamera posieren. Für viele war es der erste Kontakt mit einem professionellen Fotografen. Da muss man möglichst schnell möglichst viele Ausdrücke zeigen. Es reicht nicht, nur ein bisschen die Körperhaltung zu variieren.

Der Tag war wirklich anstrengend und dadurch auch sehr emotional. Bei der Anspannung floss dann auch die eine oder andere Träne. Für mich ist es sehr spannend zu sehen, was für ein Potenzial in den Mädchen steckt. Und zu schauen, was wir noch aus ihnen rauskitzeln können. Für Peyman, Rolf und mich waren die Fotos auf jeden Fall sehr aufschlussreich. Wir hatten unsere 15 Münchner Kandidatinnen – und Ihr dürft gespannt sein, wie wir die beiden Gruppen zusammenbekommen.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 3

Ich habe noch einen Koffer in Berlin…
Berlin, Berlin – das war die nächste Etappe. Eine spannende Stadt und genau der richtige Ort für die erste Begegnung unserer Mädels aus München und Düsseldorf. Die 15 Düsseldorferinnen waren früher angereist und warteten in der Hotellobby auf ihre bayrischen „Kolleginnen“. Sie waren gespannt wie ein Flitzebogen, wie die anderen so sind und natürlich, wie hübsch sie sind. Nach dem zunächst vorsichtigen Beschnuppern vermengten sich beide Grüppchen aber schnell. Und damit die Mädels sich noch besser kennen lernen, haben wir sie in 2er und 4er Zimmern untergebracht. Da rätselten sie dann, was wohl auf sie wartet… So soll es sein: schön spannend!

Morgens ging es dann mit dem Bus quer durch Berlin. Keine wusste, was auf sie wartet. Im Kino Zoo Palast hatte ich eine tolle Nachricht für die 30 schönsten Mädchen: Die Fotos vom ersten Shooting werden in der GALA veröffentlicht. Wir hatten Sonderdrucke von der GALA organisiert. Da ging der Puls bei vielen direkt hoch. Es war für fast alle das erste Mal, das eigene Gesicht in einer großen Zeitschrift zu sehen. Die waren stolz wie Oskar!

Das Eisprinzessinnen-Shooting
Dann ging es weiter – Richtung Nordpol… Für ein besonderes Shooting hatte ich den Arctic Palace gebucht. Das ist eine Art Eisbar in Berlin-Mitte. Alles ist aus Eis, die Wände, Regale, selbst die Sitzbänke. Und es herrschen minus 10 Grad darin. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie kalt das ist? Rolf, Peyman und ich standen den ganzen Tag mit dem Fotografen und seiner Crew in diesem Eispalast. Trotz dickem Anorak und großer Fellmütze kommt man sich irgendwann vor wie tiefgefroren. Bei einer solchen Location ergab sich das Thema fast von selber: Eisprinzessin im kurzen Kleid mit viel Tüll. Sah super aus, wärmte halt nur nicht sooo doll… In vier, fünf Minuten sollten die 30 Mädchen möglichst viele Posen zeigen. Einige machten richtig Feuer, das war klasse. Da hat auch das ganze Team Spaß, zieht mit – und merkt die Kälte nicht. Andere wirkten eher, na ja, ich nenne es mal „schockgefrostet“. Fast keine Bewegungen, fast kein Ausdruck. Es ist natürlich nicht einfach, mal sexy, mal unnahbar, mal Diva zu sein, wenn die eigenen Zähne und Knie klappern. Aber bei solchen Situationen sehen wir, wer sich 100prozentig konzentrieren kann. Selbst einige von den eingefleischten Wintersport-Verweigerern sprangen da über ihren Schatten.

Zweite Challenge mit Reggae-Sunshine-Feeling
„Zufälligerweise“ war ja Berlin Fashion Week. So konnten wir für die Mädels einen echten Knaller möglich machen: einen Livewalk auf einer Fashion Show. Ein israelisches Label hatte sie alle gebucht. Wir hatten einen Tag für das Training. Der Choreograph hat zwar etwas geschwitzt, aber am Ende war er, glaube ich, zufrieden mit dem Ergebnis. Rolf, Peyman und ich waren ziemlich nervös vor der Show, weil es letztes Jahr in Barcelona den einen oder anderen Patzer gegeben hatte. Aber die Mädels haben bei der Show wirklich alles gegeben. Und ich war begeistert. Die Atmosphäre war auch super, das hat bestimmt seinen Teil dazu beigetragen. Patrice spielte live dazu seine Reggae-Sounds, das Publikum war klasse und applaudierte viel. Für die Mädchen war das Adrenalin pur. Jede durfte zwei Outfits vorführen. Das sorgt hinter den Kulissen für einige Hektik. Wenn dann aber Beifall aufbrandet, sobald man den ersten Schritt auf den Catwalk setzt –da bekommt man schnell eine Gänsehaut. Da wollten einige auch gerne noch ein drittes oder viertes Mal auf den Laufsteg. Auch die beiden Chefs des Modelabels waren begeistert. Das fand ich schön, denn für sie ist das schon ein Risiko, unseren Anfängerinnen eine solche Bühne zu geben.

Livewalk vor Entscheidung
So schön die Tage in Berlin waren, wir hatten eine schwere Entscheidung vor uns. Nur für die Hälfte der 30 Mädchen konnte die Reise weitergehen. Deshalb mussten alle noch einmal live vor der Jury zeigen, wie gut sie laufen können. Wir haben uns dann mit jedem Mädel ihre Eisprinzessinnen-Fotos angeschaut und über die Leistung auf der Fashion Show diskutiert. Es ist für uns wichtig, dass sie, auch wenn sie ausscheiden, etwas mitnehmen können: Ratschläge und Tipps, wo und wie sie sich verbessern können.

In Fünfergruppen standen die Mädchen dann vor dem Jurytisch. Für 15 von ihnen hatte ich die begehrten Fotos – das Ticket für die nächste Runde. Und es gab noch zwei Überraschungen. Sarina, eine der jüngsten, durfte als 16. Mädchen noch zusätzlich mit. Sie hat uns überzeugt und die Wahl so schwer gemacht, dass wir für sie eine Ausnahme machten. In den nächsten Wochen und Monate werden wir die Schönsten und Talentiertesten ganz genau unter die Lupe nehmen. Trainings, Catwalks, Shootings – sie lernen alles kennen, was es in der Modewelt so gibt.
Beweisen können sie sich nächste Woche schon bei wärmeren Temperaturen:
Es geht nach Los Angeles!

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 4

Ab in die Sonne – es geht nach L.A.
Für unsere 16 Mädels ging es los in die große, weite Model-Welt. Die erste Station heißt L.A. Ich freue mich, den Mädels meine kalifornische Heimat zu zeigen (falls dafür überhaupt so viel Zeit bleibt). Venice Beach, Hollywood, Beverly Hills – das ist Glamour, Stars, Mode, Strand und Sonne. Wie es sich für ein Modelleben gehört, ging es in Deutschland in aller Herrgottsfrühe los. Und nach über elf Stunden Flugzeit steckt einem der Jetlag ganz schön in den Knochen. Da half der erste Eindruck von L.A. – es ist einfach gigantisch, wenn man das erste Mal in der Stadt der Engel ist. Im Gegensatz zur vorherigen Staffel wartete aber keine Luxusvilla auf unsere Mädels. Sie wurden, wie es sich für Berufsanfängerinnen gehört, in einem schlichten Hostel untergebracht. Dann hieß es auch „husch, husch, ins Körbchen“ und schlafen – Rolf, Peyman und ich hatten uns ein paar knackige Aufgaben für die erste Woche überlegt.

Überraschung aus Österreich
Lena Gercke, die Gewinnerin der ersten Staffel von Germany’s Next Topmodel hatte uns einen Überraschungsgast aus Österreich mitgebracht: Larissa, die Gewinnerin von Austria’s Next Topmodel. Nach dem Motto „Wettbewerb belebt das Geschäft“ durfte sie in die deutsche Staffel einsteigen. Sie hat schon einiges gelernt unter den Fittichen von Lena. Und ich muss sagen, mein erster Eindruck war sehr positiv. Da haben Lena und ihre Jury das richtige Händchen gehabt. Die 16 Mädels staunten nicht schlecht, als wir mit einer weiteren, sehr hübschen Konkurrentin auftauchten.

Die 20-Sekunden-Chance beim „Go See“
Als Warm-up stellten wir eine ganz typische Situation für unsere Model-Novizinnen nach: die Präsentation bei einem Kunden, einer Agentur oder einem Fotografen, das sogenannte „Go See“. Da zeigt man sein Modelbook oder die Sedcard und muss in 20 Sekunden mit seiner persönlichen Ausstrahlung punkten. Das ist die beste Vorbereitung für das wirkliche Modelleben. Dazu gehört auch, sich auf Englisch zu unterhalten. Peyman brachte es auf den Punkt: No English, no casting, no job! Das ist wirklich ein Muss in unserem Job. Es gibt noch ein paar andere Regeln bei einem „Go See“, die unsere Mädels lernen müssen. Die Agentur oder der Fotograf will einen möglichst natürlichen und unverfälschten Eindruck gewinnen. Das heißt, Haargel oder –spray sind tabu genauso wie auffälliger Schmuck. Ein dezentes Make-up, ein gepflegter Eindruck, ein schlichtes und figurbetontes Outfit – so können die Leute sich am schnellsten ein Urteil bilden. Anschließend haben wir noch Laufsteg-Training gemacht. Das macht mir immer viel Spaß, mit den Mädels zu üben, ihre Schwächen und Stärken zu finden. Ich mache ihre Fehler gerne überzogen nach, da sehen sie selbst am besten, wo es hakt. Und dann heißt es für sie: üben, üben, üben!

Sightseeing-Tour mit dem ersten Job
Ein bisschen etwas sollten die Mädels ja von Los Angeles sehen. Am nächsten Morgen machten wir uns zu einer Sighseeingtour auf. Frische Luft, Sonne – da konnten sie etwas entspannen. Ich hatte für die besten acht unseres Trainingstages noch eine schöne Überraschung: ein richtiges Casting für einen richtigen Job! Auftraggeber war eines der bekannten Labels aus Beverly Hills – und natürlich mit viel Prominenz unter den Kunden. Der Glamourfaktor war schon sehr hoch. Marie machte das Rennen, sie passte einfach ideal in das Wunschbild der Inhaberin.

Beim Shooting stand sie dann so richtig im Mittelpunkt. Sie wurde umsorgt, gestylt und geschminkt. Dafür trat sie sehr professionell auf und zeigte schöne Posen. Der Fotograf war am Ende sehr angetan von ihr: „Fantastic job“, lobt er sie. Jetzt hängt ein großes Plakat mit ihrem Bild in einer Boutique in Beverly Hills.

Challenge mit Ekelfaktor
Eine Modenshow für einen Designer aus L.A. stand als nächstes auf dem Programm. Das ist ein bisschen verrückter Laden mit extravagantem Stil – die Typen so eine Mischung aus Bayer mit Lederhose und Addams Family… Entsprechend war auch die Show! Die Mädels sollten die Luft zum Knistern bringen. Der besondere Clou waren die Accessoires: Anstelle von Juwelen gab es hier mit bunten Steinen geschmückte – lebendige (!) – Kakerlaken. Mit solchen Accessoires will ein Designer natürlich etwas aussagen, und entsprechend sollten die Mädels das präsentieren. Das war gar nicht so einfach, da die Dinger ja nicht einfach still auf der Schulter sitzen blieben. Und dann noch schön und cool wirken! Larissa, Mandy und Tessa hinterließen den besten Eindruck. Und als Belohnung bekam jede ein komplettes Outfit geschenkt – ohne Kakerlaken.

Welcome to the desert
Heiß, staubig und gefährlich – so war der Set für unser Shooting. Je zwei Mädels sollten vor einem brennenden Autowrack mitten in der Wüste posen, sich kaputt lachen über ihre Panne, weinen vor Frust oder sich gegenseitig Vorwürfe machen. Hauptsache Emotionen! Unser Fotograf Matt McCabe und ich mussten allerdings viel Starthilfe geben, bis die Mädels aus sich heraus gingen. Manchmal sind sie einfach noch zu lieb. Bei einigen Pärchen stimmte die Chemie, die legten direkt richtig los, da brannte nicht nur der Wagen.

Livewalk und Entscheidung
Bevor wir in der Jury unsere Entscheidung fällten, wollten wir alle noch mal beim Laufen sehen. „Beim Livewalk geht es um die Wurst“, motivierte Peyman die Mädels. Obwohl Matt von den 17 Mädchen sehr angetan war, sollten uns drei von ihnen verlassen. Die Ergebnisse waren bei manchen sehr unterschiedlich: ein tolles Shooting und ein uninspirierter Walk (oder umgekehrt). Gefallen hat mir, dass einige die Tipps und Kritik in der Woche richtig genutzt haben. Die hatten was gelernt! Das Problem ist bei den meisten noch die Zurückhaltung. Bei einigen aber sehen oder ahnen wir das gewisse Etwas, ein Funkeln, das richtige Potenzial. Peyman, Rolf und ich waren uns mit Matt einig, welche 14 Mädels in die nächste Runde durften. Für Olivia, Johanna und Daphne war die Reise hier leider zu Ende.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 5

Make over-Tag und ein virtueller Flug mit dem Heißluftballon
Auf diesen Tag habe ich mich besonders gefreut: „Make over“ hieß es jetzt für die 14 Mädchen. Neue Frisuren, Farben, vielleicht Extensions – wir wollten aus ihnen Typen machen, richtige Charakterköpfe, die auffallen und als Model arbeiten können. Peyman, Rolf und ich hatten uns vorab schon viel Zeit dafür genommen, Zeitschriften gewälzt, um zu diskutieren, wie wir die Mädchen umstylen wollten. Mit einem neuen Look bekommt man ja auch ein neues Gefühl für sich selber.
Wie in den vergangenen Staffeln hatten wir die Spiegel wieder abgehängt, damit es für die Mädels eine richtige Überraschung wird. Auf deren Gesichter habe ich mich am meisten gefreut! Einige von ihnen waren ganz schön nervös und hatten auch ein bisschen Angst um die geliebten langen Haare. Aber unser Stylistenteam um Helena Faccenda weiß sehr genau, was es tut. Den Experten kann man guten Gewissens vertrauen. Nur eine wollte das nicht: Larissa führte sich sehr eigen auf. Sie wollte eine Extrawurst bekommen, wissen, welche Farbe und welcher Look für sie vorgesehen waren. So funktioniert das nicht! Wir wollen und werden alle Mädchen gleich behandeln, da gibt es auch für Austria’s Next Topmodel keine Sonderbehandlung. Nach viel Zuspruch von den anderen lenkte sie dann ein – sonst hätte sie auch das Ticket für den Heimflug bekommen.

So, dann war der große Augenblick gekommen: die Spiegel wurden enthüllt! „Wow“ war der häufigste Kommentar. Den meisten gefiel es sehr gut, was Helena aus ihnen gemacht hatte. Bei Jessica und Stefanie liefen allerdings ein paar Tränchen. Sie fanden sich nicht wieder in dem Anblick im Spiegel. Das ist nicht einfach, sozusagen in eine neue Haut zu schlüpfen. Aber das ist etwas, was sie vielfach als Model erwartet. Image und Aussehen werden von den Kunden bestimmt, da muss man schon wandelbar sein.

In luftigen Höhen – na ja, fast…
Für das Shooting in dieser Folge hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Im Studio hing eine Strickleiter, der Hintergrund Sonne und Wolken. Am Computer wurde nachträglich dann ein Heißluftballon da hineinkomponiert, so dass es aussah, als ob die Mädchen wirklich in luftiger Höhe an dem dünnen Seil hingen. Sie trugen sehr mondäne und elegante Kleider und sollten so wirken, als ob sie abheben und geradezu fliegen. Das war gar nicht so einfach, denn die Strickleiter war schon ganz schön wackelig (das musste ich natürlich auch mal selber ausprobieren). Da sie barfuß auf der Leiter standen, habe ich mir vorher die Füße angeschaut – und war bei Tessa doch etwas entsetzt. Ich weiß als Model nie genau, was und wie fotografiert wird. Deshalb ist es selbstverständlich, bei einem Job sauber und gepflegt zu erscheinen. Sarinas Unbeholfenheit hat mir bei dem Shooting sehr gefallen. Die hat jedes Wackeln gut genutzt und viel Charme und Sexappeal rüber gebracht. Katarina tat mir richtig leid, die war von einer Erklältung übel gebeutelt. Aber sie hat sich am Riemen gerissen und noch sehr ordentlich gepost. Einige Mädels, wie zum Beispiel Maria, haben den kleinen Adrenalinkick beim Shooting gut genutzt – da konnte unsere Fotografin tolle Aufnahmen machen.

Der nächste Aufstieg
Beim Shooting ging es die Leiter hoch, gleiches galt dann für die Unterkunft der Mädels. Es ging wieder in unsere Topmodel-Villa in Beverly Hills. Da war natürlich der Teufel los, als die Mädels ankamen. Großes Gejubel und Gekreische! Wir hatten dann noch für jede ein paar Präsente bereit gelegt. Sonnenbrillen , Tasche, Hosen, Tops – zur Villa das passende Outfit. Dann ging es vor lauter Freude und Übermut erst einmal in den Pool, obwohl das Wasser noch etwas frostig war.

Eigenen Stil unter Beweis stellen
Für die nächste Challenge hatten die Mädels 30 Minuten Zeit, um sich in zwei Boutiquen ein eigenes Outfit zusammen zu stellen. Wir wollten sehen, wie sie sich selber und ihren Auftritt inszenieren können, welches Verständnis sie für Mode und Stil haben. Das Ergebnis war zum Teil etwas durchwachsen. Die Skepsisfalten auf Rolfs Stirn werden so schnell nicht wieder verschwinden, so tief waren die. Einige sind da den anderen schon ein gehöriges Stück voraus. Das war super kombiniert, auf den Punkt und wirkungsvoll. Am besten gefiel uns Marie, die als Belohnung handgemachten Schmuck bekam.

Casting bei Anja Gockel
Eine tolle Chance bot Anja Gockel drei von unseren Mädels. Sie sucht für ihre neue Haut-Couture-Kampagne die passenden Gesichter, oder besser: Persönlichkeiten. Für sie ist Schönheit und Sexappeal selbstverständlich, sie erwartet von ihren Models aber auch Charakter, Ausstrahlung und Intelligenz. Da muss man sich feminin und mit Esprit als eine richtige Persönlichkeit darstellen. Und nicht, wie einige es taten, als liebes, schüchternes, kleines Mädchen. Das hatten ein paar nicht verstanden, welche Anforderungen Anja hatte. Und die, die die Kritik oder Tipps verstanden und schnell umsetzten, stellten nicht nur ihre Intelligenz unter Beweis, sie machten dann auch das Rennen: Sara, Larissa und Maria.

Workout mit Mel B.
Mit prominenter Unterstützung haben wir die Mädels dann richtig zum Schwitzen gebracht. Mel B. von den Spice Girls testete die Fitness mit Sprints und Sit-ups. Da müssen wir noch dran arbeiten. Für ein Model ist es einfach wichtig, körperlich fit zu sein, um den Anforderungen und dem Stress gewachsen zu sein.

Entscheidung in Abendkleidern
„Glamour“ wollten wir beim Live-Walk vor der Entscheidung sehen. Mel B. unterstützte Rolf, Peyman und mich bei der Auswahl. Eine Sache ist uns allen wichtig: wir meinen unsere Kritik konstruktiv. Wir wollen den Mädels zeigen, wo ihre Schwächen liegen, was sie noch verbessern können und müssen. Wer das nicht annehmen will und verstockt oder sogar aggressiv reagiert, ist hier falsch. Ich hoffe, das haben jetzt alle verstanden.

Für Tessa war in L.A. leider Schluss. Für die wilden 13 geht es nächste Woche weiter – nach Las Vegas!

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 6

Hochzeit in Las Vegas
Es ging in die Wüste! Aber in eine ganz spezielle: Las Vegas. Das ist wie ein Disney Land für Erwachsene: Kasinos, Glamour und Glitzer bis zum Abwinken! Ich glaube, es gibt wenige Städte auf der Welt, wo man so viele verschiedene Typen treffen kann wie in Las Vegas. Das sollte Inspiration für die 13 Mädels sein. Und wir hatten uns dazu ein paar Dinge überlegt, wie man neue Seiten an sich selber entdecken kann…

Nevada oder Venedig?
Untergebracht waren wir im Hotel Venetian. Mit seinen Deckenmalereien, Brunnen, einem kleinen Kanal mit vielen Brücken kommt man sich wirklich ein bisschen vor wie in Venedig. Passend dazu bin ich in der Gondel vorgefahren! Und als erstes sollten die Mädels sich etwas trauen: nämlich sich selber! Wir hatten handgemachte, wunderhübsche (und ziemlich wertvolle) Brautkleider für ein Shooting organisiert. Mich erinnerte die Aufgabe an eines meiner ersten Shootings: für das Bride’s Magazin, ebenfalls in Brautkleidern. Das Knifflige bei einem solchen Thema ist, nicht nur verliebt zu wirken. Zu viel Romantik erstickt so ein Foto schnell. Da muss noch mehr rüberkommen, damit das Bild interessant wirkt. Und da eine Braut alleine ja seltsam aussieht, haben wir uns einen passenden männlichen Partner gesucht. Bei den ganzen Lookalikes in Vegas fiel uns die Wahl sehr einfach: Elvis. Mehr Kitsch und Glamour geht nicht – sehr lustig!

Überraschend war für mich, dass es für einige Mädels schwierig war, mit dem männlichen Model Szenen zu spielen. Bei einer Hochzeit ist ein Kuss eigentlich unvermeidlich. Wenn so eine Story als Editorial für eine Zeitschrift geschossen wird, darf so etwas nicht fehlen. Das muss man ganz nüchtern und professionell sehen. Stefanie und Sara wirkten dabei dann sehr steif und fast leblos, andere haben eher Party gemacht.
Insgesamt war es ein traumhafter Tag – alle sahen aus wie Prinzessinnen. Zum Abschluss habe ich dann noch den Brautstrauß geworfen. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige da etwas zurückwichen…

Shopping zur Belohnung
Weil sich alle gut geschlagen hatten, gab es einen Ausflug in eine der größten Shoppingmalls in Vegas. Die Mädels stürzten da früh morgens voller Vorfreude rein. Ein bisschen skeptisch guckten sie, dass alle Geschäfte noch geschlossen waren. Als dann eine Licht- und Soundshow einsetzte, war ihnen wohl klar, dass es nicht so einfach mit dem Shoppen klappen würde. Rolf, Peyman und ich hatten für sie noch vorher eine Aufgabe zu lösen: eine eigene Fashion Show. Eine sportlich-legere und eine glamouröse Haut Couture-Linie sollten sie schön inszenieren – mitten in der Mall, vor einigen hundert Zuschauern. Ihnen blieb eine Stunde Zeit, die sie gut nutzten. Da gab es natürlich einiges zu diskutieren: welches Make-up, welche Frisur, welche Reihenfolge und so fort. Ira hat dann das Ruder in die Hand genommen und sie haben es in der Zeit geschafft. Die Musik setzte ein und los ging es. Die Atmosphäre war super. Das mag ich bei den Amerikanern: Sie lassen sich gerne für etwas begeistern. Da fiel den Zuschauern auch nicht so auf, dass besonders bei den Glamour-Outfits zu wenig Eleganz, Stil und Grazie zu sehen waren. Die Bewegungen wirkten bei manchen überzogen. Sara kostete ihr Kopfgewackel so den Sieg. Uns gefiel Mandy am besten, die sich als Belohnung dann auf Shoppingtour begeben durfte.

Casting für Outdoor-Label
Am nächsten Tag hatte uns ein sehr interessanter Kunde zu einem Casting für seine neue Kampagne eingeladen. Der Geschäftsführer und der Marketingleiter des Labels waren vor Ort und schauten sich die Mädels selber an. Nach einer ersten Auswahl wurden die übrigen acht für die endgültige Entscheidung in Bikini und Jacke fotografiert. Marie, Stefanie und Ira machten schließlich das Rennen. Auf sie wartete im Skiressort von Las Vegas, auf über 1.500 Meter Höhe, ein Shooting vor imposanter Kulisse. Das Beste: Der Kunde war hochzufrieden mit den Dreien!

Abflug im Stratosphere-Tower
Unser Ausflug in den Stratosphere-Tower war nichts für Menschen mit Höhenangst. Auf 365 Metern gibt es in dem Turm ein Aussichtsrestaurant. Da wurde den ersten schon etwas flau. Und dann ging es noch weiter hoch. Auf einer Plattform oberhalb gibt es eine Art Karussell, das frei in dieser Höhe schwebt: Insanity Ride. Rolf war ganz mutig und setzte sich als erster in das Gefährt. Während der Fahrt hat er dann allerdings die ganze Zeit nur „stopp, stopp, stopp“ gemurmelt. Maria, die auch mit Höhenangst zu kämpfen hat, stieg ebenfalls ins Karussell – und bereute es nicht. Ihr hat es sogar richtig Spaß gemacht. Was Adrenalin alles schafft!

Coaching und Live-Walk vor der Entscheidung
Peyman und Rolf nahmen sich richtig Zeit, um mit einigen Mädels deren Schwachpunkte wie Englisch oder das Schauspielern zu besprechen und in den Griff zu bekommen. Ich bin gespannt, wie es fruchtet.

Vor der Entscheidung sollten sich die Mädels auf 14 Zentimeter hohen High Heels präsentieren. Da müssen wir noch viel üben… Das sah eher nach Störchen im Salat aus. Besonders bei Maria, die ansonsten sehr überzeugt, hatte ich Angst um ihre Gelenke. Da mussten wir sie bei der Entscheidung ein bisschen auf die Schippe nehmen. Anstelle eines Fotos bekam sie erst einmal ein paar Schuhe geschenkt. Maria hatte uns so überzeugt, dass wir ihr schon direkt nach dem Walk das Foto übergaben – sie zeigt wirklich ein Topniveau. In dieser Woche trennten wir uns von Dana. Aufpassen müssen wir bei Sarina: Ihr wächst noch ein Kaugummi-Baum im Bauch…

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 7

Es wird kalt in L.A.

Zurück in L.A.! Und wir hatten eine Woche mit richtig knackigen Aufgaben für die Mädels vorbereitet.

Laufstegtraining mit Alessandra Ambrosio
Zu viel Üben gibt es ja eigentlich nicht. Deshalb stand als erstes ein Laufstegtraining auf dem Programm. Und das mit richtig prominenter Unterstützung: Meine Victoria’s Secret-Kollegin Alessandra Ambrosio zeigt den Mädels, wie man den Catwalk zum Schwingen bringt. Mir war es wichtig, dass die Mädchen noch einmal von einer anderen Person gezeigt bekommen, wie man mit viel Gefühl und Sex-Appeal laufen kann. Und das Funkeln in den Augen von Alessandra hat sie wirklich beeindruckt. Alessandra hatte viele Tipps und kleine Hinweise zu den Bewegungen und dem Gesichtsausdruck. Und einen wichtigen Aspekt hat sie sehr knapp auf den Punkt gebracht: High Heels are your friends. Das Lamentieren über die Absatzhöhe bringt nichts. Das Laufen mit diesen Schuhen kann man trainieren. Das beste Beispiel dafür ist Mandy, die uns beide wirklich beeindruckt hat. Sie übt seit der ersten Staffel von Germany’s next Topmodel.

Ein süßes Casting
Ein echter Job lockte! Wir machten uns mit den Mädels zu einem Casting für Naschkatzen auf. Sie sollten mal zeigen, wie genussvoll und begeistert man Schokolade essen kann. Sogar der Marketingdirektor des Kunden war vor Ort, um die Wahl zu treffen. Da war ein professioneller Auftritt gefragt. Und Larissa machte als Erste fast alles falsch, was möglich war… Sie sollten sich barfuß vorstellen, aber sie kam in Hauspuschen. Ihre Posen mit Springseil und Boxhandschuhen sahen eher bedrohlich aus. Rolf musste irgendwann eingreifen, weil unsere Kandidatinnen sich zu sehr auf die Sportgeräte konzentrierten und die Jury gar nicht mehr anschauten. Einige von den Mädels aßen die Requisite, einen Schokoriegel, viel zu schnell auf, der Fotograf konnte gar nicht so zügig knipsen. Obwohl … das hätte mir auch passieren können.

Gefragt war ein natürlicher, lebenslustiger, sportlicher und aktiver Typ. Marie schaffte es, dem wirklich gut zu entsprechen. Ich hatte kein Verständnis dafür, dass sich einige andere im Anschluss über Marie beschwerten – weil der Kunde sie gewählt hat? Weil sie sich am besten präsentiert hat? Das ist das Grundprinzip des Modelns, und wenn die Mädchen ihren Weg machen wollen, müssen sie das lernen!
Marie hat sich auch beim Shooting super verkauft. Als Belohnung gab es einen „Anschlussvertrag“: auch die Verpackungen werden demnächst mit ihrem Gesicht verziert.

Heiße Bikinis für die Cosmopolitan
Stellt Euch das mal vor: Es klingelt an der Tür, Ihr öffnet und 25 Leute stürmen ins Haus mit allerlei Taschen und Gepäck. Die einen setzen Euch vor den Spiegel, kümmern sich um Haare und Make-up, Licht und Technik wird aufgebaut, und los geht ein Shooting für die Cosmpolitan. So ging es den Mädels – die waren etwas baff. Dafür durften sie die heißesten und schönsten Bikinis für den Sommer 09 präsentieren. Und das auf einer Strecke über zehn Seiten! Für unsere Frischlinge eine super Chance. Und Ihr dürft auf die tollen Fotos gespannt sein.

Adrenalin pur: Skydive
Wir versuchen ja immer, die Mädels zu fordern, sie in extreme Situationen zu bringen, um alles aus ihnen herauszukitzeln. Und dazu hatte ich das Passende gefunden: Indoor Skydiving auf dem Gelände der Universal Studios. Das ist ein großer Windkanal, in dem man sozusagen fliegen kann. Damit den Mädels nichts passiert, hatten wir natürlich einen Trainer dabei. Mit Ira hat er sich gleich zum richtigen Fallschirmspringen verabredet, so viel Spaß hatte sie. Auch Maria, Aline und Mandy flogen da hoch und runter, drehten Pirouetten – das sah super aus. Am besten gefiel uns Aline, die sich auf eine Tour durch die Studios begeben durfte.

Heißes Shooting unter eisigen Bedingungen
Bei einer Vernissage konnten die Mädels den nächsten Fotografen schon mal kennenlernen: Rankin, einen der besten weltweit. Am nächsten Abend wurde es dann ernst. Wir hatten einen Straßenzug in Downtown L.A. sperren lassen und eine große Regenanlage aufgebaut. Dort mussten die Mädels dann in Lingerie sexy posieren, während der kalte Regen auf sie prasselte. Ich glaube, das war für viele die erste Dusche auf der Straße. Die Temperatur war echt unangenehm, aber die dunkle, regnerische Atmosphäre mit dem glänzenden Asphalt ergibt super Bilder. Ich hatte das mit Rankin vor ein paar Monaten selber gemacht, allerdings die ganze Nacht. Die Mädels mussten nur für 10, 15 Minuten posen. Rankin war bei einigen etwas sauer, weil sie sich nicht bemühten wie Marie oder Steffi. Maria hingegen überzeugte ihn richtig. Sie ist ein echtes Helmut-Newton-Girl, war eines seiner Komplimente. Und sie hatte sich das auch verdient, denn sie hat mit viel Selbstvertrauen richtig Gas gegeben.

Deutliche Worte vor dem Entscheidungswalk
Vor dem Livewalk nahmen wir uns die Mädchen noch mal richtig vor. Einiges in dieser Woche hatte Rolf, Peyman und mir nicht gut gefallen. Beim Casting hatte der Kunde das Gefühl, dass einige die Aufgabe nicht ernst genommen hatten. Und wenn man die Chance hat, Bilder mit einem der besten Fotografen zu machen, dann muss man für eine Viertelstunde mal auf die Zähne beißen, auch wenn es nass und kalt ist. Solche Gelegenheiten darf man als Anfängerin nicht so vergeigen!
Beim Livewalk sollten die Mädchen sexy Unterwäsche präsentieren. Ira, Marie und Mandy waren klasse. Larissa sah eher aus wie Chuck Norris auf dem Weg zum Standesamt – Peyman formuliert seine Kritik sehr anschaulich und treffend. Zu letzt standen dann Steffi, Tamara und Aline vor der Jury. Nur eine von ihnen schaffte es in die nächste Runde: Steffi. Die beiden anderen sind wunderhübsche Mädchen, aber es kam zu wenig. Deshalb trennten wir uns von den beiden.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 8

Ein spannender Ausflug auf eine Insel im Pazifik und eine sehr sportliche und ur-amerikanische Challenge – so sah die Woche für die Mädels aus.

Intensiv-Tauchkurs im Pool
Die Mädels werden vorsichtiger. Ich lade sie ein, Bikinis und Handtücher einzupacken. Aber statt an Sonne, Strand und Meer denken sie direkt an Arbeit, Arbeit, Arbeit – und liegen gar nicht so ganz falsch. Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangen, als wir uns auf den Weg nach Santa Catalina Island machten. Die felsige Insel liegt 35 Kilometer vor der kalifornischen Küste. Sie ist ein Naturparadies – und genau das wollten wir für unser Shooting nutzen. Dieses Mal ging es nämlich nicht hoch hinaus, sondern tief runter: ein Unterwasser-Shooting! Unser Unterwasserfotograf zeigte zur Einstimmung Bilder von einem Shooting auf den Bahamas mit ziemlich vielen Haien. Da waren die Mädels doch nervös und verunsichert. Aber unser Tauchrevier war da ungefährlich.
Wir hatten extra Tauchlehrer und Ärzte aus Deutschland einfliegen lassen, damit nicht durch ein Verständigungsproblem ein echtes Problem entstehen konnte. Nach einer theoretischen Einweisung durften die Mädels im Pool das erste Mal durch einen Lungenautomaten atmen. Den meisten machte es schon richtig Spaß. Bei Sara und Steffi hatte unsere Tauchärztin Einwände, die beiden durften leider nicht mit Gerät tauchen. Aber das sollte nicht in die Wertung einfließen, hatte ich mit Rolf und Peyman besprochen.

Meerjungfrauen in Tang-Wäldern
Dann ging es los in eine malerische Bucht von Catalina Island. Für mich war das Shooting mit eines der spannendsten und größten, die wir bisher gemacht haben. Richtig kalt und anstrengend, aber auch sehr aufregend. Die Mädels waren auf einem Boot mit den Begleittauchern und dem Fotografen, ich mit der Crew auf einem Glasbodenboot, so dass wir das Shooting genau verfolgen konnten. Schwimmen oder Tauchen im offenen Meer ist schon etwas kribblig, man weiß ja nie, was da noch so rum schwimmt. Und die Mädels sollten in dem Kelp, so riesigen Tang-Wäldern posen. Mit dem Sonnenlicht von der Oberfläche ergab das wunderschöne Bilder – wenn die Augen offen und ein Lächeln zu sehen war. Die Mädchen waren toll: Larissa ist eine echte Wasserratte, Sara hatte trotz der Kälte richtig Spaß und auch Katrina strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als sie ihre Angst überwunden hatte. Ich war auf alle Mädels richtig stolz, alle haben es geschafft! Als Belohnung gab es sonnige Wärme – in Miami!

Cheerleader-Challenge
In Miami hatten die Mädels etwas längere Diskussionen, bis die Bettenverteilung im Hotel endlich geklärt war. Larissa entwickelt sich sehr zur Einzelgängerin, das sorgt für Reibereien. Und dabei stand doch Teamsport im Mittelpunkt unserer Challenge. Die Mädels wurden von der Cheerleader Direktorin der Miami Dolphins in die Mangel genommen. Sie mussten, schön in diesen typischen weißen Stiefeln, eine Choreographie einüben. Bei einer solchen Performance müssen vor allem Energie und Rhythmus zu sehen und zu spüren sein. Larissa war angezählt, die brütete irgendeinen Infekt aus. Rolf sprang als Krankenschwester ein und versorgte sie. Trotzdem war sie dann bei der offiziellen Roadshow der Dolphins mit dabei. Da durften die Mädels als Vertreterinnen Deutschlands auf die Bühne, das war der Knaller. Es klappte wenig, aber dafür war es sehr lustig. Am besten gefielen uns Ira und Sara, die zur Belohnung ein Abendessen mit den richtigen Cheerleadern gewannen.

Casting mit Alligator
Eine Sonnenbrillen-Firma hatte uns zu einem Casting eingeladen – allerdings konnten nur acht von den zehn Mädels teilnehmen. Sie sollten selber entscheiden, wer dorthin fährt. Das haben sie mit einer ganz einfachen Abstimmung eigentlich gut gelöst. Nur danach kam es zu einigen Streitereien. Das hat mir nicht gefallen. Wir in der Jury bekommen das genau mit. Mit Mobbing wird niemand weiterkommen, für uns zählt nur die Leistung.

Das Casting war nicht einfach. Mit der Sonnenbrille auf sieht man die Augen ja nicht, dennoch muss das Gesicht so ausdrucksstark wie möglich sein. Nicht umsonst war Gisele Bündchen das Gesicht der letzten Kampagne dieser Firma! Also, mit so einem Job, als Nachfolgerin von Gisele, da macht man schon einen größeren Schritt in die Modelwirklichkeit.
Marie, Steffi und Maria kamen ins Finale und mussten noch einmal mit einem aufblasbaren Krokodil zeigen, wie wild und cool sie auftreten können. Das gewisse Etwas zeigte Maria am besten – und hatte den Job!

Das Shooting war klasse. Denn aus dem aufblasbaren wurde ein echtes Kroko. Maria poste ganz cool mit dem gut zwei Meter langen Reptil an der Hundeleine. So sieht ein Dackelersatz in Miami aus! Auf die Fotos könnt Ihr Euch freuen!

Sportliche Entscheidung
Petra Winter, die Chefredakteurin der Cosmopolitan, war dieses Mal als Gastjurorin dabei. Es sollte sportlich weiter gehen. Wir hatten auf dem Catwalk eine sich drehende Scheibe aufgebaut, auf der die Mädels posieren sollten. Das war für einige erstaunlich schwierig. Die zappelten da herum, um ihr Gleichgewicht zu halten. Weil wir diese Woche ein so extremes Shooting durchgeführt hatten, entschlossen wir uns in der Jury, allen noch eine zweite Chance zu geben. Also: Es musste keine gehen!

Dafür wird es nächste Woche härter. Und wir sind in der passenden Stadt: New York!!

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 9

Fashion im Big Apple
Als Model gibt es vielleicht vier Städte, die ein absolutes Muss sind: Paris, Mailand, London – und New York! Genau da durften unsere Mädels zeigen, was sie schon gelernt haben.
Wir hatten die Mädchen in einem Hotel mit schicken Suites untergebracht, mit Blick auf das Empire State Building. Die Skyline vor sich – da konnten sie schon ins Träumen geraten.

Fashion Week in New York
Da ist die ganze Szene vor Ort, wichtige Entscheider schauen sich die bekannten und unbekannten Labels an. Für Nachwuchs-Models ist das eine super Chance, entdeckt zu werden. Wir hatten für unsere Mädels direkt eine richtig hochkarätige Chance aufgetan: Ein Last-Minute-Casting für eine große Show. Der Firmengründer und kreative Kopf sowie der Casting Director trafen die Entscheidung selber. Gefragt war ein sexy Auftritt ohne Lächeln, mit viel Selbstbewusstsein. Da müssen Face, Body und Walk richtig zusammen wirken. Steffi, Marie, Mandy und Sara kamen in die Endausscheidung. Der „package deal“ war Mandy, sie gefiel den beiden am besten. Die anderen Drei durften sie – als kleinen Trost – zur After-Show begleiten. Ich habe mich sehr für Mandy gefreut und war gespannt, wie sie mit dem ganzen Trubel und  der Presse im Backstage-Bereich klar kommen würde.

Der Firmengründer kam noch extra zu ihr, um ihr Glück zu wünschen, echt nett von ihm. Und dann gib es ab auf die ganz große Bühne. Mischa Barton und andere Promis saßen im Publikum, entsprechend nervös wurde Mandy dann beim Warten. Sie hat sich unglaublich gut geschlagen. Obwohl die anderen drei Mädels gerufen und geklatscht haben, als sie vorbeilief, hat sie keine Miene verzogen und ganz cool ihren Walk absolviert. Peyman war richtig angetan: „Eine Hammer-Show!“ Und das aus seinem sonst eher strengen Mund! Auf der After-Show-Party haben die Mädels mit Peyman und Rolf es noch krachen lassen und sich auf der Tanzfläche ausgetobt.

Für die anderen im Hotel war es natürlich eine Enttäuschung, dass sie nicht dabei sein durften. Aber dass sie sich dann Eis und Pizza zur Frustbewältigung gönnten, anstelle die Zeit auf dem Laufband zu nutzen, na ja, ob das die richtige Wahl war…

Akrobatisches Pole Dancing
Die nächste Challenge verunsicherte die Mädels etwas: Pole Dancing. Eine professionelle Tänzerin zeigte ihnen, wie anstrengend und akrobatisch das ist. Das hat mehr mit Fitness als plumper Erotik zu tun. Einige waren allerdings sehr skeptisch und hatten keine Lust, an der Stange rumzuturnen. Dabei war es ein wichtiges Training für das nächste Shooting. Und ein bisschen Spinat sollte man dafür schon gegessen haben. Es ist sehr schwierig, die anstrengenden Übungen halbwegs gut hinzubekommen und gleichzeitig gut auszusehen. Sara und Katrina hatten sich verrannt, dass die Übung zu lasziv sei, und nahmen das Ganze nicht ernst. Mit Katrina musste ich nach der Challenge noch ein Wörtchen wechseln, dass sie die Aufgaben ernster nehmen muss, um sich zu behaupten. Die meiste Motivation und Leidenschaft zeigte Ira, die ich zur Belohnung zu einer Fashion Show einlud.

Fashion-Show mit Blitzlichtgewitter
Für Ira war das ein Ausflug in eine neue Welt. Wir beide brezelten uns in meiner Suite schön auf. Ich hatte für sie ein paar schicke Kleider ausgesucht und dann ging’s los zur Party. Als wir aus dem Auto stiegen, war sie erst einmal sprachlos, als das Blitzlichtgewitter losging. Auf der Party bin ich ziemlich häufig auf sie angesprochen worden. Alle wollten wissen, wer denn das hübsche Mädchen an meiner Seite ist. Wir saßen bei der Show in der ersten Reihe, neben uns viele Stars – ich glaube, für Ira war das ein unvergesslicher Tag.

Shooting vor der Skyline von New York
Dann sollten die Mädels ihre Pole Dance-Erfahrungen vor der Kamera unter Beweis stellen. Die Location war in einem Hochhaus mit Blick auf die beeindruckende Skyline von New York. Die Stange hatten wir direkt am Fenster aufgebaut, so dass die Skyscraper einen klasse Hintergrund abgaben. Walter Chen fotografierte die Mädchen, ein sehr netter und toller Werbefotograf. Maria fing an und man merkte, dass ihr dieses Spiel mit dem Coolen und Verruchten sehr gefiel. Auch Katrina legte sich richtig ins Zeug – da hatte meine kleine Ansprache doch gewirkt. Insgesamt war es ein tolles Shooting mit schicken Posen.

Nächstes Casting für die Fashion Week
Wir konnten die Mädels noch zu einem weiteren Casting im Rahmen der Fashion Week schicken.  Für ihre Entwürfe suchte eine Designerin selbstbewusste Typen mit Klasse, die mit den Zuschauern flirten. Nach der Vorstellung der ersten drei Mädchen hat Rolf, etwas geladen, der versammelten Mannschaft die Leviten gelesen. Bei jedem Casting ist das Briefing, sprich das Gewünschte, entscheidend. Wenn eine flirtende Pose verlangt ist, dann sollte die auch gezeigt werden. Und nicht so eine Larifari-Vorstellung. Sara, Marie, Larissa, Maria und Mandy trafen den Geschmack der Designerin am besten. Und alle fünf durften auf der Show laufen! Das war natürlich der Knaller.

Dann ging es in den Meatpacker-District, das Modeherz von New York. Vor der Show herrschte der übliche Stress. Für Euch sieht das wahrscheinlich aus wie ein verrückter Ameisenhaufen, aber man gewöhnt sich daran. Und, ob Ihr es glaubt oder nicht, es ist sogar ein funktionierendes System dahinter. Die Show war klasse. Unsere Mädels sind auf einem richtig guten Niveau gelaufen. Und den anwesenden Kunden hat die Kollektion gut gefallen, sie kauften ordentlich ein. Also konnten alle sehr zufrieden sein.

Als Vamp bei Live Walk
Für unsere Entscheidung wollten wir die Mädels noch einmal gefährlich, fraulich, sexy und selbstbewusst sehen – als Vamp. Mandy hat sich in den letzten Tagen unglaublich entwickelt, das ist eine schöne Bestätigung für uns alle in der Jury. Katrina schickten wir dreimal zurück auf „Start“, sie benötigt immer eine gewisse Anlaufzeit. Aber dann war das Ergebnis wirklich gut. Bei vielen ist die Variation des Gesichtsausdrucks noch zu gering. Die kommen mit einem bestimmten Lächeln rein und halten das konsequent durch. Gerade als Vamp spielt man doch mit seinem Umfeld! Das wollen wir in der Jury auch sehen.

Die Woche in New York hat sehr unterschiedliche Eindrücke bei Rolf, Peyman und mir hinterlassen. Wir hatten von einigen Mädels gerade bei den Laufstegjobs viel mehr erwartet. In den letzten Wochen konnten sie da immer punkten, in New York war da zu wenig zu sehen. Dafür machten vor allem Mandy und Sara einen richtigen Sprung. Am wenigsten Entwicklung, was den gesamten Ausdruck angeht, haben wir bei Steffi gesehen. Deshalb endete ihre Topmodel-Reise in New York.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 10

Back in Hollywood
Von New York flogen wir wieder zurück an die Westküste. Und dazu passend drehte es sich diese Woche um eines: Schauspielerisches Talent war gefragt!

Casting für Werbespot
Gleich beim ersten Casting ging es richtig zur Sache. Eine große Modehauskette suchte für ihren Sommer-TV-Spot das neue Gesicht und unsere Mädchen durften zeigen, ob eine von ihnen die Richtige ist. Bei Commercials reichen einfache Posen nicht aus, da muss man kleine Geschichten in Szene setzen. Das ist etwas ganz anderes als ein Foto. Entsprechend war das Casting so eine Art Improvisationstheater. Peyman und die Casting Direktorin hatten sich verschiedene kleine Geschichten überlegt, die die Mädels spontan vorspielen mussten: ein Fan trifft auf einen Hollywoodstar, ein sommerlicher Tag am Strand, eine Shoppingtour mit Freundin. Da sieht man sehr schnell, wer sich wohl fühlt in seiner Haut und solche Übungen authentisch rüber bringt. Außerdem müssen die Models in Spots das Produkt in den Mittelpunkt stellen. Das darf man auch nicht vergessen. Jessica lag schließlich vorne und legte direkt einen kleinen Freudentanz über ihren ersten Job aufs Parkett. Mich hat es sehr für sie gefreut, denn diese Jobs sind wichtig. Für die Mädchen ebenso wie für uns in der Jury.

Beim Dreh verkaufte Jessica sich super. Kunde und Regisseur waren begeistert von ihrer Art, und dass sie sich so facettenreich zeigte. Gedreht wurde beim Walk of Fame und am Muscle Beach in Venice.

Improvisationstheater in der Melrose Avenue
Unsere Challenge führte uns in die Comedy Institution in L.A.: das Groundlings Theatre. Hier standen schon Größen wie Ben Stiller oder Lisa Kudrow auf der Bühne. Das ist eine Talentschmiede für viele Stars – und in dieses kalte Becken mussten unsere Mädchen springen. Sie hatten 30 Minuten Zeit, sich ein dreiminütiges Programm zu überlegen. Das wurde dann live, vor Publikum aufgegeführt. Da darf einem nichts peinlich sein. Katrina saß da wie das Kaninchen vor der Schlange, als Rolf und Peyman die Aufgabe erklärten. Selbst für einen professionellen Schauspieler ist eine Improvisation extrem schwierig. Da haben wir unsere Mädchen in richtig kaltes Wasser geschubst. Also, ich war überrascht, wie super alle ihren kleinen, inneren Schweinehund überwanden.

Ira trat als Conferencier auf und kündete die Show-acts an. Jessica fing mit einer heißen Tanzperformance an. Dazu angelte sie sich noch einen süßen Typen aus dem Publikum, da war Salomes Schleiertanz dagegen nur ein Salzstangen-Treffen – wow! Zur Belohnung gab es direkt Standing Ovations. Katrina imitierte Tiere, Sara trat als Liza Minelli auf, Maria unterhielt die Leute mit einer Art Activity auf der Bühne – die hatten alle richtig Spaß. Die drei Minuten waren für alle wohl viel zu schnell vorbei. Auch die anderen waren richtig amüsant und unterhaltsam. Und das ist kein einfaches Publikum im Groundlings. Marie spielte die telefonische Trennung von einem Liebhaber durch, sogar mit A capella-Song zum Abschluss. In Mandy steckt richtig etwas von einem Stand-up-Comedian. Sie unterhielt sich mit ihrem Boyfriend Harry, einem Schädel, dem sie zum Schluss noch erschoss – und nach Singles im Publikum fragte. Larissa zeigte die beste Show: Als hässliches Entlein zeigte sie ihre schrägen Talente als Topmodel, Schauspielerin und Sängerin. Da gab es am meisten Applaus vom Publikum und zur Belohnung eine coole handgemachte Lederjacke. An dem Nachmittag sind sie alle ein großes Stück über sich hinaus gewachsen. Ich war beeindruckt, die Mädels haben den Laden richtig zum Toben gebracht. Die Zuschauer klatschten und lachten – was will man mehr?!

Aufwärmtraining in der Villa
Am nächsten Tag wollten wir mit jedem Mädchen einen Werbespot drehen in dem Stil wie mein eigener für ein Videospiel. Schön rockig in Unterwäsche. Als Vorbereitung durften sie alle mal zeigen, wie viel Rockstar Attitude in ihnen steckt. Mit Sprung vom Sofa, auf den Knien robben und was so dazugehört. Nach unserer Trainingsrunde hatten zwar einige Schrammen an den Knien, aber sie übten abends sogar noch weiter. Eines hatten die Mädchen aber vergessen: Zu viel Headbanging gibt meist einen steifen Hals am nächsten Tag…

Rockin’ Spot
Am Drehtag hörte es sich erst mehr nach Lazarett an. Meine Knie tun weh, ich kann meinen Kopf nicht richtig bewegen – aber da mussten sie durch. Der Regisseur erklärte ihnen kurz die Choreographie und machte auch klar, dass es pro Einstellung nur drei Takes gibt. Da muss man direkt auf den Punkt kommen. Im Spot sollten sie zeigen, dass trotz Rumrockens und Gitarrespielen die Unterwäsche super sitzt. Dann ging’s los: And action! Unser Regisseur ist ein typischer Fernsehmensch. Bei einem Dreh kostet jede Minute Zeit, und das machte er schnell deutlich. „Du bist nicht Reinhard Mey“, kranke Nebelkrähe und ähnliche Kommentare mussten sich die Mädchen anhören, wenn sie sich nicht richtig ins Zeug legten. Unser kleiner Tollpatsch Sarina fiel vor lauter Energie noch vom Sofa. Jessica zeigte nach ihrem Job viel Selbstbewusstsein und damit eine ganz neue Seite – das hat mir gut gefallen. Für uns in der Jury war nicht nur der Spot selber wichtig, denn da rettet der Schnitt immer noch viel. Wir haben auch genau darauf geachtet, wie die Mädels sich am Set beim Dreh verhalten haben. Wie schnell sie das umsetzten, was verlangt wurde.

Lauftraining mit Bar Rafaeli
Für das Lauftraining diese Woche hatte ich für uns sehr prominente Unterstützung gewonnen. Bar Rafaeli. Sie läuft für Tommy Hilfiger und war jetzt noch auf dem Titel der Sports Illustrated. Bei ihr beeindruckt mich immer wieder diese super positive Ausstrahlung. Die Mädels waren von ihrer Natürlichkeit sehr angetan und bekamen den einen oder anderen Tipp.

Entscheidung nach Live Walk
Es war eine sehr aufschlussreiche Woche für uns. Die Mädchen mussten über ihren Schatten springen und Dinge machen, die einem leicht peinlich sein könnten. Da kann man sich sehr gut ein Bild bei machen, ob jemand etwas hundertprozentig will.
Maria mussten wir direkt „verabschieden“, sie musste noch nicht einmal bis zur Entscheidung warten. Denn sie war von Rankin gebucht worden und musste ganz fix in den Flieger nach London steigen. Erst hat sie sich ganz schön erschreckt, als wir ihr sagten, sie könnte ihren Koffer packen. Aber bei der Freude über den super Job hatte sie unseren kleinen Scherz schnell vergessen.
Die Entscheidung wird für Rolf, Peyman und mich immer schwieriger, weil die Unterschiede zwischen den Mädels natürlich immer geringer werden. Sara ist uns immer noch zu lieb, Larissa häufig zu tough. Die müssen uns noch andere Seiten zeigen, sonst wird es knapp für sie. Dieses Mal trennten wir uns von Katrina, die eines der schönsten Mädchen ist, ohne Frage. Aber bei ihr fehlt die Ausstrahlung – und die macht erst aus einem guten Foto einen echten Hingucker.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 11

Es wird immer enger

Nur noch acht Mädchen sind im Rennen, die Entscheidungen werden immer knapper. Und bei den Mädchen steigt die Nervosität.

Zum Casting in der Hummer-Limousine
Eine schöne Überraschung! Morgens klingelte es an der Model-Villa in Beverly Hills und der Designer Philipp Plein stand vor der Tür. Könnt Ihr Euch noch an ihn erinnern? Letztes Jahr durften unsere 50 Mädchen ja auf seiner Show in Barcelona laufen – daran werde ich mich noch lange erinnern. Aber er hat sich davon nicht entmutigen lassen. Und jetzt suchte er für eine ganz besondere Kampagne ein neues Gesicht. Es ging um eine Strecke in der Vogue zu Barbies 50. Geburtstag. Momentan läuft die Kampagne mit Naomi Campbell – und eine von unseren Mädchen hatte die Möglichkeit, in deren Fußstapfen zu treten. Dazu ist der Job richtig international: Die Strecke wird in Deutschland, Frankreich und Russland abgedruckt! Also, eine super Chance für jede von ihnen. Zum Casting ging es in einer Hummer-Limousine, Philipp fuhr auf seiner Harley vorweg. Die Location kennt Ihr vielleicht sogar. Es ist eine Villa von 1961, in der einige Filme wie zum Beispiel „The Big Lebowski“ gedreht wurden. Als erstes mussten die Mädchen ein Go&See absolvieren. Die drei Besten mussten sich dann bei einem Testshooting beweisen. Marie, Sara und Mandy kamen in die Endrunde, und weil Larissa mit ihrer rockigen Art punktete, durfte sie auch zum Shooting. Die Aufnahmen haben wir noch abends am Pool der Villa gemacht. Alle haben sich gut in Szene gesetzt, und es war keine leichte Entscheidung. Auf jeden Fall ist das nächste „Barbie-Model“ brünett: Marie.

Die Not-Perfect-Challenge
Wir machen viele anstrengende Sachen mit den Mädchen und gehen dabei auch ab und an hart mit ihnen ins Gericht. Als Ausgleich machen wir gerne einmal Dinge, bei denen man viel lachen kann. So wie unsere nächste Challenge. Die Mädchen bekamen in der Maske falsche Zähne und Pickel verpasst. Rolf, Peyman und ich spielten dann mit ihnen ein Casting durch. Trotz dieser Handicaps, mit denen man sich schon komisch fühlt, sollten sie überzeugend wirken und ihre Ausstrahlung behalten. Wir stellten ihnen dann noch provozierende Fragen, um sie aus der Ruhe zu bringen. Ein paar Mal hat Rolf sich vor Lachen fast auf die Zunge gebissen. Die Mädchen waren aber auch klasse. Sarina mit einem Riesenzinken sah aus wie Miss Piggy und trat trotzdem super seriös auf. Sie zeigte da eine ganz neue Seite. Zur Belohnung bekam sie eine Videokonferenz mit ihren Eltern und Freunden – das erste Wiedersehen nach zwei Monaten. Das freut sie natürlich richtig!

London Calling
Währenddessen machte Maria ihren ersten eigenen Job in London. Rankin hatte sie für ein Cover-Shooting gebucht und er war sehr zufrieden mit ihr. Seine Fotos haben einen hohen künstlerischen Anspruch – ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf das Magazin.

Stil-Ikonen in L.A.
Für unser nächstes Shooting hatten wir gleich vier Locations in Downtown L.A. gebucht. Die Mädchen sollten als ganz berühmte Stil-Ikonen posen. Da bei diesen Berühmtheiten jeder seine Bilder und Vorstellungen im Kopf hat, muss man nicht nur so aussehen, sondern versuchen, ihre Bewegungen und Ausstrahlung zu treffen. Echt knifflig. Sarina und Jessica wurden zu Marilyn Monroe verwandelt. Mit einer wilden Lockenpracht posierten Sara und Marie als Betty Page vor der Kamera. Larissa und Mandy ahmten Brigitte Bardot nach, Ira und Maria durften sich als das italienische Vollblutweib Sophia Loren versuchen. Ich habe dabei die Chance genutzt, selber ein paar Bilder zu schießen. Hinter der Kamera zu stehen, macht mir wirklich Spaß.

Spieglein, Spieglein an der Wand
Eine sehr emotionale und persönliche Übung wartete in der Model-Villa auf unsere Mädchen. Sie sollten, vor einem Spiegel stehend, erzählen, wie sie sich selber sehen. Dabei mussten sie ihre Stärken, Schwächen und Ängste ansprechen. Es war beeindruckend, wie sehr die Mädchen aus sich herausgegangen sind. Da flossen auch ein paar Tränen, aber ich bin sicher, dass es ihnen allen geholfen hat und sie etwas über sich selbst und die anderen in der Gruppe lernen konnten.

Barbie-Shooting für Marie
Ein Spiegel spielte auch bei Maries Shooting eine wichtige Aufgabe. Vor dem sollte sie nämlich wie die berühmte Barbie posieren. Das Foto war inszeniert wie ein echtes Kunstwerk und für sie sehr anstrengend. Wenn man eine Pose eine ¾ Stunde halten muss, da können schon mal die Beine einschlafen. Marie hat das alles sehr professionell und mit viel Geduld gemacht, wirklich klasse! Philipp war richtig zufrieden mit ihr. Es ist für uns in der Jury sehr wichtig zu sehen, dass die Mädchen bei den Kunden gut ankommen. Das gibt natürlich auch für unseren Wettbewerb Pluspunkte.

Entscheidung mit Karolina Kurkova
Als Gastjurorin hatte ich meine Kollegin Karolina Kurkova gewonnnen. Ihr ist einmal während einer Show für Victoria’ Secret auf dem Laufsteg ein offener Schuh flöten gegangen. Und sie, just smile, ist weitergelaufen, als ob sie noch beide High Heels anhätte. Genau das sollten die Mädchen beim Live-Walk üben: wie man trotz eines solchen Missgeschicks souverän bleibt und die Ausstrahlung behält. Mandy musste als Erste auf unseren Catwalk und zeigte eine beeindruckende Performance. Sie erzählte uns dann, dass sie damals die Show mit Karolina im Fernsehen gesehen und das seitdem geübt hatte. Karolina war von ihr sehr angetan, nicht nur wegen dieses charmanten Kompliments. Überrascht hat mich, dass einige Mädchen sich so auf den fehlenden Schuh konzentrierten, dass sie andere Dinge vergaßen. Sie ruderten mit den Armen, und auch bei den Haaren waren einige etwas nachlässig. Nach einer intensiven Diskussion mit Karolina, Peyman und Rolf entschieden wir uns, dass die Reise für Larissa hier endet. Sie hat zwar viel gelernt in den letzten Wochen, aber es ging nicht mehr weiter.
Für die übrigen Sieben geht es nächste Woche nach Hawaii! Aloha!!

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 12

Aloha – Spannung auf Hawaii
Sieben waren jetzt noch im Rennen. Aber statt zu Schneewittchen ging es für diese Sendung zu Magnum nach Hawaii.

Begrüßungstanz mit Blumengirlanden
Wie es sich für die polynesische Inselkette gehört wurden wir am Flughafen mit einem Hula-Tanz begrüßt. Die Mädchen bekamen eine Blumengirlande geschenkt, aber dann mussten sie auch schon los zum ersten Casting. Wir sind ja schließlich nicht zum Urlauben in diesem Paradies, so schade das ist…

Wanted: Ein Gesicht für einen neuen Duft
Gesucht wurde bei dem Casting das Gesicht für eine internationale Parfümkampagne. Bilder und ein TV-Spot wurden dafür produziert, die auch online und in den Parfümerien selber zu sehen sein werden – da waren natürlich alle heiß auf den Job. Das Mädchen sollte Selbstbewusstsein und Spaß am Leben ausstrahlen. Der Fotograf und die Marketingleiterin des Unternehmens warfen einen ersten Blick auf unsere Mädchen. Maria und Ira entsprachen nicht so ihren Vorstellungen. Die restlichen Fünf präsentierten sich dann bei einem Go & See. Sara hatte ihre Modelmappe im Gepäck vergessen, das war natürlich ein Fauxpas. So konnte sie nicht all ihre Facetten zeigen. Gefallen hat mir Jessica, die sich barfuß zeigte, weil sie keine passenden offenen Schuhe dabei hatte. Aber das hat sie sympathisch und recht souverän begründet. Dann sollten sich die Mädchen vor der Kamera von zwei Seiten präsentieren: einmal charmant mit dem Fotografen flirtend, einmal wilder und provokanter, halt frecher. Marie hatte wieder Probleme, sich fallen zu lassen. Sie bleibt da sehr kontrolliert – und damit nicht authentisch.

Am besten gefielen dem Kunden Mandy und Jessica. Für die Entscheidung sollten sie sich vor der Kamera streiten, wer den Job haben soll – da kann man sehr gut die Emotionen und die ganze Persönlichkeit sehen. Die beiden haben das super gemacht, mit dem nötige Spaß und der Distanz, dass es nur ein Spiel war. Mandy war das entscheidende Quentchen besser und durfte sich über einen klasse Job freuen.

Starke Frauen machen Fotos selber
Für unsere nächste Challenge war Teamgeist gefragt. Mandy war beim Shooting und die anderen Sechs sollten Fotos von sich selber machen. Wir haben sie in Zweierteams eingeteilt. Sarina und Marie sollten das Thema „Starke Frauen“ im Regenwald umsetzen, Ira und Jessica an der Vulkanküste und Sara und Maria am Strand. Sie hatten nur eine Stunde Zeit. Und dazu gab es, vor allem an der Küste, sehr unwegsames Gelände. Da eine passende Location auszuwählen, ist nicht so einfach. Denn neben dem Ausdruck bewerteten wir auch das Arrangement, das Composing. Der Wind wehte an dem Tag richtig heftig. Entsprechend war die Dünung. Da knallten richtige Brecher an die Küste. Leider war einer unserer Kameramänner zu mutig (oder zu langsam) – seine Kamera überlebte die Welle nicht. Auch Iras und Jessicas Kamera bekam eine richtige Dusche ab, aber zum Glück waren die Daten der Fotos nicht kaputt. Ihre Auswahl mussten sie dann selber treffen und sie uns präsentieren. Das Thema hat nur Ira richtig umgesetzt, und Jessica hat es super fotografiert. Zur Belohnung durften die beiden mit Delfinen schwimmen.

Ausflug mit Walen und Delfinen
Die Küste vor Hawaii ist die Kinderstube für verschiedene Walarten. Ira und Jessica hatten bei ihrer Ausfahrt die tolle Gelegenheit, die großen Säuger direkt neben und unter dem Boot zu beobachten. Und zum krönenden Abschluss konnten sie mitten in einer großen Schule Delfine schwimmen. Das war faszinierend und für die beiden ein tolles Erlebnis.

Überraschungsaufgabe am Strand
An unserem letzten Abend gab es noch eine kleine spontane Aufgabe für die Mädchen. Sie mussten sich ein zu Hawaii passendes Outfit selber zusammenstellen. Das artet natürlich in viele Diskussionen aus: Steht mir das? Ist das zu bunt? Trägt das hier nicht sehr auf? Aber nach einigem Hin und Her zogen sie dann endlich mit Rolf und Peyman los an den Strand. Und die Aufgabe? Süßes Nichtstun und den Sonnenuntergang genießen. Ich finde, das war ein passender Abschluss für die Zeit auf einer der schönsten Inseln, die es gibt.

Privatkonzert in der Modelvilla + Rockstar-Shooting
Zurück in Los Angeles. Wir hatten für die Mädchen, sozusagen als Training, ein kleines Überraschungskonzert organisiert. Benji und Joe von Good Charlotte zeigten ihnen, wie man so richtig rockt. Denn das war ihre Aufgabe am nächsten Tag: ein Rockstar-Shooting. Da muss man das Adrenalin auf den Fotos richtig sehen können. Damit es nicht aufgesetzt wirkt, haben Benji und Joe ihnen gezeigt, wie man die Instrumente richtig hält. Und die beiden haben das richtig ernst genommen!

Das Shooting haben wir dann in einem Club am Sunset Boulevard gemacht. Für die Mädchen hatten wir sehr rockige Klamotten zusammengestellt, viel Leder, viel Schwarz, aber trotzdem High Fashion. Maria sprang als erste ins „kalte Wasser“. Sie schlug sich echt gut. Sarina ist eine echte kleine Rockröhre. Da merkt man, dass sie ein Gefühl für die Musik hat und nicht nur etwas vorspielt. Ira und Jessica waren zu zurückhaltend und zeigten eher typische Modelposen. Das passt natürlich überhaupt nicht.

Entscheidung in L.A.
Für den Livewalk wollten wir die Mädchen noch einmal als „starke Frauen“ sehen, dieses Mal in Bikini und mit High Heels. Mir gefallen unsere sieben Mädchen alle sehr gut. Es sind jetzt die Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben. Und da war diese Woche recht aufschlussreich. Marie fehlte das Authentische, sie ist häufig zu introvertiert. Sara beschränkt sich zu oft auf das lieb und süß Sein – das reicht aber nicht. Bei Ira und Jessica fehlte mir das Lebendige, dieses besondere Funkeln in den Augen. Deshalb standen die beiden dann als letzte vor der Jury. Auch wenn sie dicke Freundinnen sind, sie sind halt auch Konkurrentinnen. Und nur eine von ihnen konnte weiterkommen. Wir haben uns für Jessica entschieden. Ich bin gespannt, wie die Mädchen sich ohne Ira schlagen, sie hat die Gruppe sehr zusammengehalten. Das werdet Ihr dann ja nächste Woche sehen.

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 13

Für Dich soll es rote Rosen regnen...

Nach dem traumhaften Aufenthalt in Hawaii wartete auf die letzten sechs Mädchen eine Menge Arbeit in Los Angeles.

Früher Vogel fängt den Wurm!
Direkt am ersten Morgen übernahm Peyman den Weckdienst und ging mit den Mädchen joggen. Jessica hält es wohl eher mit Winston Churchill – no sports. Aber das bereute sie doch schon nach wenigen Metern. Da geht es ordentlich rauf und runter in den Hügeln bei L.A. Peyman war etwas enttäuscht, dass sie sich so schnell hängen ließ. Körperliche Fitness schadet auf jeden Fall nicht in unserem Beruf!

Casting für zwei Kampagnen
Gleich um zwei Kampagnen für ein neues Fotohandy ging es bei unserem nächsten Casting. Dafür suchte der Hersteller ein passendes Gesicht. Die erste Linie war eher auf Beauty und Natürlichkeit ausgerichtet, die zweite setzte auf Glamour und Hollywood-Style. Da mussten die Mädchen zeigen, wie wandelbar sie sind. Der Fotograf war zunächst nicht zufrieden mit ihnen. Die sechs hatten in ihrer Aufregung viel zu viel Make-up aufgetragen. Das musste dann erst einmal wieder runter. Mir ist aufgefallen, dass einige von ihnen den Augenkontakt mit dem Kunden mieden. Das wirkt dann sehr unsicher und verbessert die Chancen nicht. Auf die Entscheidung mussten die Mädchen allerdings noch warten. Denn der Kunde war sich nicht ganz sicher, wen er für die Kampagne auswählen sollte. Da wollten sie alle noch einmal eine Nacht drüber schlafen – nichts Ungewöhnliches, besonders bei so großen Aufträgen.

Viel Haut und noch mehr rote Rosen
Ein ganz besonderes Shooting mit einem tollen Fotografen gab es am nächsten Tag. Russell James kam zum dritten Mal zu uns. Ich habe schon viel mit ihm gearbeitet und es macht einfach unglaublich viel Spaß – und das sieht man seinen Bildern auch an! Für die Mädchen hatten wir uns ein Rosen-Shooting überlegt. Sie sollten fast nackt auf einem Bett von Rosenblättern liegen. Kennt Ihr das Filmplakat von American Beauty mit Mena Suvari? So ähnlich hatte Russell das Bild komponiert.
Im Liegen wirken das Gesicht und die Proportionen des Körpers ganz anders. Das macht es nicht leicht, einen schönen Gesichtsausdruck zu halten. Und da das Composing schon sehr sexy ist, muss man besonders aufpassen, das nicht zu überreizen. Sonst wird das Bild billig und sieht  zu sehr nach Männermagazin aus.
Aber wie jedes Jahr gab es auch dieses Mal Diskussionen über Nacktheit und den Sinn und Zweck des Fotos. Es ist immer jemand dabei, der Angst hat, sich zu zeigen. Das kann ich nicht ganz verstehen. Als Model muss man häufig seinen Körper vor der Kamera präsentieren. Außerdem habe ich selber aufgepasst, dass niemand bloßgestellt wird und die Intimsphäre gewahrt bleibt. Dafür habe ich eigenhändig sogar ganz viele Rosenblätter angeklebt! Sara, Marie und Mandy haben das super hinbekommen. Sie wirkten sehr entspannt, natürlich und sehr schön.

Großer Job für Sara
An dem Tag bekamen wir noch die Entscheidung für das große Casting mitgeteilt. Sara hatte das Rennen gemacht. Sie war erst etwas sprachlos und brauchte ein bisschen Zeit, bis sie sich richtig freuen konnte. Erst hat sie nur mit „angezogener Handbremse“ gejubelt. Sarina war ganz geknickt, dass sie wieder keinen Job bekam. Die anderen haben sich ganz rührend um unser Küken gekümmert.

Ein Tag Shooting für drei Motive
Für Sara wurde es dann anstrengend. An einem Tag sollten drei Motive für die beiden Kampagnen geschossen werden. Der Fotograf und der Kunde waren begeistert von ihr. Windmaschine und Schal musste sie unter Kontrolle haben, und dabei noch ein schönes Gesicht machen – gar nicht so einfach. Für das Motiv der Glamour-Kampagne posierte sie in einem wunderhübschen grünen Kleid, das sah wirklich klasse aus.

Challenge in luftiger Höhe
Ein besonderer Ballon, nur ohne Gondel, wartete bei der nächsten Challenge auf die Mädchen. Der mit Helium gefüllte Ballon kann auf 20 Meter Höhe steigen. Die Mädchen saßen dabei in einer Art Hosenträgersystem und sollten Figuren und Salti für unseren Fotografen vorturnen. Das war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, da war viel Körperspannung gefragt – und noch mehr Überwindung. Aber die Mädchen trauten sich richtig was. Rolf beklagte, dass einige nicht so graziös gewesen wären. Auch Peyman hielt sich mit seiner Kritik nicht zurück. Zur „Belohnung“ sind die beiden dann, zur großen Freude der Mädchen, selber aufgestiegen und versuchten sich an Salto und Überschlägen. Sah gar nicht so schlecht aus. Beide waren allerdings etwas blass um die Nase, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Abendkleider für den roten Teppich
Ganz alleine, ohne die Unterstützung aus der Jury mussten die Mädchen zum nächsten Casting. Der Designer suchte für seine Modenshow noch ein Mädchen, 14 Models hatte er schon. Seine Kleider sind superelegant und sehr angesagt bei den Hollywood Celebrities. Er wünschte sich von den Mädchen „energy, excitement und elegance“. Am besten gefielen ihm und seinen Mitarbeitern Jessica, Mandy und Marie, die dann noch einmal in Abendroben posieren mussten. In einem super tollen blauen Kleid, das ihr umwerfend stand, sicherte sich Jessica den Job.

Entscheidung mit Victoria Beckham
Dieses Mal glänzte unsere Jury noch ein bisschen mehr – Victoria Beckham war zu Gast. Die Mädchen führten Mode vor, die von Victoria selber designt ist. Sara beeindruckte sie mit ihrer positiven Energie und ihrem Lächeln. Sie hatte eine so gute Woche, dass wir ihr direkt nach dem Live-Walk schon ihr Foto gaben. Da war sie schon ziemlich aus dem Häuschen. Maria ist nicht mehr so locker wie in den ersten Wochen, und das merkt man ihr vor allem bei ihrer bisherigen Paradedisziplin, den Shootings, leider an. Ein dickes Lob bekam Mandy von Victoria: Sie würde Mandy als Model buchen. Bei Jessica fehlte mir der Elan, sie hat einen Durchhänger. Sie muss an sich selber und ihre Schönheit und Ausstrahlung glauben, sonst wird es sehr, sehr eng.
Wir trennten uns von Sarina diese Woche. Ich finde das sehr schade, weil sie mit ihren 16 Jahren eine Riesenleistung gezeigt hat. Aber es fehlt ihr noch an der Konzentration und Konstanz. Vielleicht braucht sie noch ein, zwei Jahre, um richtig durchzustarten. Ich wünsche ihr auf jeden Fall viel, viel Glück!

Alles Liebe!
Heidi

Sendung 14

Das Finale vor Augen

Die letzten 5 von über 18.000 Mädchen. Es war ein weiter Weg für Jessica, Marie, Mandy, Maria und Sara. In dieser Woche entschied sich, welche drei es bis in Finale schaffen. Jetzt ging es wirklich um die Wurst.

Lange Beine gefragt
Einen letzten großen Job konnten die Mädchen diese Woche ergattern. Es ging um eine Kampagne mit TV-Spots und Print-Anzeigen für einen Lady Shaver. Die Mädchen waren ziemlich angespannt, denn das war eine letzte Chance, sich für das Finale zu empfehlen. Gefragt waren nicht nur lange Beine, sondern auch schauspielerisches Talent. In einer kleinen Szene in einem Schuhladen sollten sie sich und vor allem ihre schönen glatten Beine zeigen. Der Kunde wünschte einen richtig beeindruckenden Auftritt, fast so wie eine Göttin.
Mir fällt auf, dass die Mädchen ihre Leistung bei Castings immer besser selber einschätzen können. Sie merken, ob sie zu nervös oder zu unruhig in den Bewegungen waren. Sara hinterließ mit ihrem positiven Wesen beim Kunden den besten Eindruck – und Ihr könnt sie demnächst im Fernsehen bewundern.

Saras Dreh und Shooting für die große Kampagne am nächsten Tag klappte sehr gut. Sie zeigte einen überzeugenden Auftritt und der Marketingchef des Kunden war richtig angetan von ihrer Professionalität und Ausstrahlung.

Cover-Shooting für die Cosmopolitan
Für das Finale haben wir noch das Cover der deutschen Cosmopolitan geschossen. Das war ein Moment, bei dem den Mädchen bewusst wurde, dass sie ganz kurz vor dem Ziel sind, und dass nur eine von ihnen Germany’s next Topmodel sein kann. Jessica hat mir gut gefallen, ihren Durchhänger der letzten beiden Wochen hat sie überwunden. Bei Marie mussten wir länger nach dem passenden Outfit suchen. Sie hat bestimmt zehn Kleider ausprobiert, bis wir das Richtige fanden. Alle fünf waren klasse und das machte uns die Entscheidung, wer ins Finale kommt, nicht leichter.

Kreative Models
Für unsere Challenge in dieser Woche mussten die Mädchen richtig kreativ sein. Sie sollten ein Shooting selber inszenieren, das Thema und die Location in der Villa auswählen inklusive Make-up und Styling. Es ist gar nicht so leicht, sich selbst in Szene zu setzen. Zwei Tage hatten sie für die Vorbereitungen Zeit.
Jessica war dann noch einen Tag davon bei ihrem Job, der Fashion Show. Vor 800 geladenen Gästen führte sie mit 14 anderen Mädchen die tolle Abendgarderobe vor. Es hat ihr irre gut gefallen. Ich glaube, sie wollte gar nicht wieder runter vom Laufsteg.

Shooting in der Villa
Nach zwei Tagen Vorbereitung ging es dann zur Sache. Unser Visagist half den Mädchen ein bisschen, das passende Make-up für ihr Shooting zu finden. Ich war sehr gespannt auf die Ideen der Mädchen. Wir von der Jury hielten uns während des Shootings ganz zurück. Marias Konzept war der Ausbruch aus der Konsum- und Medienwelt, das hatte sie auch mit den Requisiten sehr gut umgesetzt. Marie spielte, sie hätte per Telefon von mir erfahren, dass sie unter den letzten fünf sei. Ihre Freude wirkte auf Rolf etwas aufgesetzt, die Story war für zehn Minuten – so lange hatten sie alle Zeit für die Fotos – auch etwas dünn. Dolce Vita war das Thema von Jessicas Shooting, da fehlten uns die Leidenschaft und das Feuer. Mit einem mit Süßigkeiten selbst verzierten Bikini hüpfte Mandy zwischen vielen bunten Luftballons – Candy Mandy halt. Das war wirklich süß, schön bunt und mit viel Elan. Sara hatte das Bad romantisch ausstaffiert mit vielen Kerzen. Die gesamte Szenerie wirkte aber etwas dröge und ältlich. Naja, die Mädchen wollen ja auch Models und nicht Art Director werden… Dennoch: insgesamt waren die Shootings ganz gut, und auch die Fotos konnten sich sehen lassen. Das beste Foto gab es von „Candy Mandy“.

Die letzte Entscheidung
Am Vorabend waren die Mädchen sehr nervös. Für zwei von ihnen würde der Traum hier enden, nur drei können uns nach Köln zum Finale begleiten. Sie sind sehr unterschiedlich mit dem Druck umgegangen. Mandy suchte Ruhe und saß allein am Pool, Maria und Marie quatschten den ganzen Abend – da muss jede ihren Weg finden. Für die beiden, die uns verlassen, ist das ein sehr schwieriger Moment, weil man schon so knapp vor dem Ziel ist. Deshalb haben sie alle noch einmal richtig Gas gegeben beim letzten Live-Walk. Die Mädchen sollten uns eine kleine Modeshow vorführen: einmal Prêt-à-porter, einmal Haute Couture. Das waren zwei sehr schöne und interessante Durchgänge. Und dann ging es für die Fünf vor die Jury. Alle Eltern hatten uns ganz süße Briefe und Fotos geschickt, um ihrem Kind viel Glück zu wünschen. Da floss die eine oder andere Träne nach drei Monaten Trennung…

Blumenstrauß statt Foto
Die Diskussion in der Jury war lange und intensiv. Die Fünf liegen sehr dicht beieinander, nur noch in Nuancen gibt es Unterschiede. Als erste musste Sara zu uns kommen. Sie war so nervös, dass schon vorab ein paar Tränen kullerten. Aber dann durfte sie vor Glück weinen – sie bekam das 1. Ticket zum Finale, dieses Mal in Form eines Blumenstraußes, nicht als Foto. Da waren die anderen im Backstage-Bereich erst ganz sprachlos, als Sara ohne Foto ankam…
Maria wird uns nicht nach Köln begleiten, ihre Reise endete in Los Angeles. Sie hat mit ihrer neuen Frisur eine richtige Typveränderung geschafft, die mir richtig gut gefällt – und ihr auch! Ich finde sie kann sehr stolz auf sich sein, alleine wenn ich an ihren „Fan“ Rankin denke.

Da blieben noch drei Mädchen übrig. Jetzt müsst Ihr Euch noch bis nächste Woche Dienstag gedulden, wer die beiden letzten Tickets für das Finale löst. Marie, Mandy und Jessica – eine von ihnen wird uns leider verlassen. Und mit den drei Finalistinnen haben wir noch etwas Besonderes vor…

Alles Liebe!

Heidi Klum
Heidi

Sendung 15

Tolle Jobs in Singapur

Haben wir Euch letzte Woche etwas auf die Folter gespannt? Wir wollten es halt spannend machen, wer es ins Finale schafft. Ich glaube, das ist uns gut gelungen!

Die letzten beiden Tickets für das Finale
Nur noch zwei Tickets waren für das Finale in der Kölnarena unter Marie, Jessica und Mandy zu vergeben. Marie hat auf sehr hohem Niveau begonnen. In den ersten Wochen hat sie alle anderen Mädchen übertroffen, ein Casting nach dem anderen gewonnen. In der letzten Zeit konnte sie sich nicht mehr so durchsetzen, ihre fehlte der Facettenreichtum. Aber sie hat gekämpft – und sich damit das Ticket für das Finale verdient. Dann mussten wir uns zwischen Jessica und Mandy entscheiden. Jessica hat mit ihrem strahlenden Lächeln immer gut gepunktet. Für Mandy war der Durchbruch das Laufstegtraining mit Alessandra Ambrosius – danach steigerte sie sich rasant. Beide haben Großartiges geleistet, wir sehen bei Mandy mehr Potenzial. Deshalb fiel unsere Wahl auf sie. Jessica trotz hat ihrer Niederlage super reagiert. Sie war vor allem stolz auf sich, und dazu hat sie wirklich allen Grund.
Danach glühten die Telefondrähte zwischen Los Angeles und Witten, München und Gauting. Eltern und Freunde mussten die Neuigkeit erfahren. Ein bisschen Zeit benötigten alle, um zu realisieren, dass sie es bis ins Finale geschafft haben. Nach drei Monaten Arbeiten und Lernen waren sie in der letzten Runde.

Werbespot der drei Finalistinnen mit mir
Als erste Belohnung bekamen sie noch einen super Job: Für McDonald’s drehten die Drei mit mir zusammen einen Werbespot. Ich erklärte ihnen, welche Regeln ein Topmodel zu beachten hat. Damit ging ich den Mädchen irgendwann auf die Nerven, sie wollten nur noch essen. Die Geschichte ist mit einem Augenzwinkern inszeniert, bei so etwas nehme ich das Modelimage gerne ein bisschen auf die Schippe. Für die Drei war es ein ganz anderes Gefühl, so zu drehen. Es fehlte der Wettbewerb mit den anderen, dafür hatten wir mehr Zeit und konnten uns voll und ganz konzentrieren.
Denn es ging direkt los nach Singapur – Job, Casting und ein Shooting warteten dort auf uns. Singapur ist ein neuer und wichtiger Markt für das Mode Business. Für die Mädchen war es eine optimale Gelegenheit, sich zu präsentieren. Und außerdem konnten sie sich an den Alltag eines Models gewöhnen: Reisen – Arbeiten – Reisen – Arbeiten – Reisen – Arbeiten und so weiter.
Rolf und Peyman empfingen sie in Singapur und holten sie mit einer Limousine am Flughafen ab. Von ihrer Hotelsuite im 66. Stock hatten die Mädchen einen phänomenalen Blick auf die Skyline des Tigerstaats.

Fashion-Show am Hafen
Nach einer Sightseeing-Tour mussten sie dann auch rief dann wieder die Arbeit: ein Casting für die Fashion Show eines Luxuslabels. Die Show sollte in einem Riesenzelt an einem Hafenpier stattfinden mit 400 geladenen Gästen, und ein Platz auf dem Catwalk war noch frei. Direkt davor, auf der Straße, mussten die Mädchen dann bei über 30 Grad Celsius vorlaufen. Sara schnitt am besten ab, aber der Kunde war so angetan, dass er doch alle drei buchte. Die Show war der Knaller, nachts vor der Skyline von Singapur. Selbst Rolf und Peyman ließen sich davon anstecken und waren ganz aufgeregt, als „ihre“ Mädchen auf dem Laufsteg waren. Und die haben das sehr lässig gemacht – klasse!

Cover für die Elle
Ein Sechser im Lotto – das ist ungefähr vergleichbar mit der Chance, die die Drei noch in Singapur bekamen. Die Chefredakteurin der Elle Singapur hatte die Mädchen für eine komplette Modestrecke in ihrem Heft gebucht, und eine von ihnen sollte sogar auf den Titel kommen. Beim Shooting wurde es im Laufe des Tages immer wärmer. Dazu kommt noch der andere Arbeitsstil: Die asiatischen Fotografen sind extrem diszipliniert und arbeiten sehr schnell. Viele verschiedene und sehr aufwändige und pompöse Sets, alles muss zack-zack gehen. Da waren Kampfszenen dabei, Mandy wurde auf Händen getragen und ein Dreh nachgestellt, mit den Mädchen als Kamerafrau, Regisseurin und Beleuchterin. Das Schönste für die Drei: Sie fühlten sich als richtige Topmodels, so wurden sie von der Crew umsorgt.

Im Haifischbecken der Medien
Mit der Pressechefin der Pro7/Sat1-Gruppe, Petra Fink, führten wir ein Medien-Coaching für die Mädchen durch. Wie reagiert man auf provokative Fragen? Was können Stolperfallen sein? Welche Aussagen werden einem im Mund herumgedreht? Da konnten sie sich schon einmal daran gewöhnen, welcher Presserummel beim Finale auf sie zukommt. Petra Fink simulierte mit den Mädchen ein Interview, bei dem sie sich ganz tapfer schlugen. Man muss darauf achten, sich nicht zu sehr zu entblößen, aber man darf auch nicht die verschlossene Auster geben. Der Umgang mit der Presse ist unserem Metier wichtig und kann viele Vorteile haben. Er birgt halt Risiken, die man kennen sollte.
Das Gelernte konnten sie gleich bei einem echten Interview mit der Modezeitschrift in Singapur zeigen. Knifflig war es, weil das Gespräch natürlich auf Englisch lief. Dafür hatten sie das Glück, dass das Shooting zum Interview an den schönsten Plätzen von Singapur stattfand. So bekamen sie noch die tollen Ecken der Stadt zu sehen.

Am letzten Abend schwankten die drei zwischen Vorfreude auf das Finale und der Melancholie, dass ihre gemeinsame Zeit bald zu Ende ist. Es geht ins Finale, und da wird am Ende nur eine von ihnen als Gewinnerin stehen.
Mal sehen, was in der Kölnarena passiert!

Alles Liebe!

Heidi Klum
Heidi

Sendung 16

Ein unglaubliches Finale!

Wir haben Germany's next Topmodel 2009! Was für ein Finale!! Es war unglaublich - 15.000 Zuschauer live in der Kölnarena. Das war eine Stimmung, Ihr könnt es Euch nicht vorstellen. Jede unserer drei Finalistinnen hatte ihren Fanblock. Die sorgten für eine Gänsehautstimmung, das war beeindruckend. Dazu hatten wir noch drei super Showacts: A-ha, Queensberry und Milow traten live auf.

Elfen im Anflug
Mandy, Marie und Sara kamen wie drei Elfen an einem Seil in die Kölnarena geflogen. Direkt anschließend absolvierten sie den ersten Live-Walk. Selbst für sie, die jetzt ja schon einige Erfahrungen auf den Catwalks in New York und anderen Städten gesammelt hatten, war das unglaublich. Für die erste Challenge mussten sie kleine Filme anmoderieren, in denen alle drei vorgestellt wurden. Dann gab es noch einen zweiten Live-Walk, dieses Mal in sehr sexy Dessous. Alle drei haben sich hervorragend geschlagen und bestätigt, dass sie zu Recht im Finale stehen. Trotzdem musste uns die erste von ihnen dann verlassen. Rolf, Peyman und ich entschieden, dass für Marie hier das Rennen endet.

Bullriding um den Topmodel-Thron
Ein letztes Shooting stand für Sara und Mandy an, ein richtig anstregendes: Bullriding. Als Cowgirls sollten sie eine gute Figur auf dem Gerät machen. Und bei dem Gewackel noch auf Lächeln und Audruck achten. Das haben beide klasse hinbekommen. Zusammen mit den letzten 15 Mädchen ging es dann noch einmal auf den Catwalk. Peyman, Rolf und mir fiel die Wahl wirklich schwer. Die beiden haben sich super gemacht. Es sind einfach starke Frauen, superschön und mit toller Ausstrahlung. Die Stimmung in der Kölnarena war fast nicht mehr zum Aushalten, als wir dann die Entscheidung verkündeten: Sara ist Germany's next Topmodel!!

Mir hat es super gefallen. Die Staffel war super spannend. Und ich bin mir sicher, dass wir noch einiges von Sara hören, auch von einigen anderen Mädchen.
Ich freue mich auf 2010 und ich hoffe, Ihr seid wieder dabei!

Alles Liebe

Heidi
Heidi

Sendung 17

Die geballten Highlights der gesamten Staffel
Was für ein Beginn und welch beeindruckendes Finale! Die offenen Castings und dann zum Schluss 15.000 Zuschauer live in der Kölnarena. Die vierte Staffel hat einige Rekorde gebrochen: Die meisten Bewerberinnen und die meisten Zuschauer, um nur zwei zu nennen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Und was ich von Euch so gehört habe, war es bei Euch genau so!

Jetzt konntet Ihr noch einmal alles Revue passieren lassen: tolle Mädchen einige lustige Einlagen bei den offenen Castings, die faszinierenden Städte und tollen Locations in New York, Las Vegas, Los Angeles, Miami und Singapure, die spektakulären Shootings, die spannenden Jobs und Challenges. Nicht zu vergessen unsere Gäste und die Top-Fotografen – wir hatten uns wirklich einiges für die Mädchen einfallen lassen. Wenn man das alles im Schnelldurchlauf sieht, bemerkt man auch, wie sehr die Mädchen sich entwickelt haben, auch wenn wir sie ab und an etwas anschubsen mussten… Aber ich bin mir sicher, dass sie alle nicht nur viel erlebt haben, sondern auch einiges über sich selber gelernt haben. Und sich jetzt mehr zutrauen!

Ich hoffe, Ihr habt Euch vor dem Fernseher so gut unterhalten wie wir beim Dreh der Staffeln. Es war eine super Truppe, vor und hinter der Kamera. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den Winter! Denn dann beginnen wir schon mit den Dreharbeiten für die nächste Staffel.

Alles Liebe!
Heidi
GERMANY'S NEXT TOPMODEL by Heidi Klum